02 May 2026, 16:04

Apotheker fordern Reformen: "Das System steht am Scheideweg"

Apotheke mit Glaswänden und -türen, Plakate an den Wänden, an der Ecke einer Straße mit einer Straße im Vordergrund.

Apotheker fordern Reformen: "Das System steht am Scheideweg"

Deutsche Apotheker fordern dringende Reformen, um die sich verschärfenden Herausforderungen in der Branche zu bewältigen. Auf der heutigen Vollversammlung der Apothekerkammer Nordrhein (AKNR) warnten die Verantwortlichen, dass das aktuelle System den Anforderungen nicht mehr gerecht wird. Statt sofortiger Proteste wollen sie sich bis Mitte Dezember auf Verhandlungen mit Politikern konzentrieren.

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Dr. Armin Hoffmann, Präsident der AKNR, bezeichnete die Lage als „Scheideweg für das deutsche Gesundheitswesen“. Er betonte, dass Apotheken mit steigenden Patientenzahlen und sinkender Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung zu kämpfen hätten. Zwar seien Reformen unverzichtbar, doch das Modell der inhabergeführten Apotheken müsse erhalten bleiben.

Die früheren Zusagen der Koalition hatten zunächst Hoffnung gemacht, insbesondere bei der Frage besserer Bezahlung. Doch die Zuversicht schwand, nachdem Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) auf dem Deutschen Apothekertag (DAT) zentrale Punkte vorstellte. Hoffmann fordert nun zwei zentrale Änderungen: eine Erhöhung der Festbeträge für Dienstleistungen sowie die Abschaffung des Verbots von Barzahlungsrabatten.

Ein weiterer Streitpunkt ist die Frage, ob Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) Apotheken vertreten dürfen. Hoffmann wies dies unter den aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen als undurchführbar zurück. Thomas Preis, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), unterstrich die Dringlichkeit der Lage und erklärte, die Apotheken stünden „bis zum Hals in der Krise“. Er rief zu intensiver Lobbyarbeit auf, um die Mängel im Reformentwurf zu beheben.

Proteste wurden auf den 17. Dezember verschoben, um den Dialog in den Vordergrund zu stellen. Der ABDA-Vorstand hat zentrale Punkte identifiziert, die nachgebessert werden müssen, und betont, dass die Zeit für substanzielle Veränderungen davonläuft.

Die Apotheker werden nun auf letzte Korrekturen am Reformentwurf drängen. Im Fokus stehen weiterhin eine bessere Vergütung und die Aufhebung der Rabattbeschränkungen. Das Ergebnis dieser Verhandlungen könnte die Zukunft der Apothekenversorgung in Deutschland maßgeblich prägen.

Quelle