26 March 2026, 12:05

ARD testet 30-Minuten-Tagesschau – kann mehr Länge die Quoten retten?

Titelseite der deutschen Zeitung 'Weitpreubliche Zeitung' vom 13. November 1939, die eine Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Kleidung in einer feierlichen Umgebung zeigt.

ARD testet 30-Minuten-Tagesschau – kann mehr Länge die Quoten retten?

Die ARD testet eine längere Version ihrer Flaggschiff-Nachrichtensendung Tagesschau. Im Rahmen des Versuchs wird die Ausstrahlung von 15 auf 30 Minuten verlängert, beginnend mit dem Montagabend-Termin um 20:15 Uhr. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund sinkender Zuschauerzahlen der klassischen Ausstrahlung in den vergangenen fünf Jahren – von einst 7,5 Millionen auf derzeit rund 5,2 Millionen tägliche Zuschauer.

Ziel des Experiments ist es, die Sendung alltagsrelevanter zu gestalten und damit dem Trend zu kürzeren, on-demand verfügbaren Nachrichtenformaten wie der Tagesschau-App entgegenzuwirken, die mittlerweile über 10 Millionen monatliche Nutzer verzeichnet. Das erweiterte Format soll harte Nachrichten mit Berichten verbinden, die globale Ereignisse mit persönlichen Erfahrungen verknüpfen. Jörg Schönenborn, Programmdirektor des WDR, betonte, dass es sich nicht um einen einmaligen Test handle, sondern um Teil einer umfassenderen Strategie. Eine längere Sendezeit könne den Zuschauern helfen, Nachrichten als näher an ihrem Alltag zu erleben.

Kritiker jedoch hinterfragen den Ansatz. Anna Mayr von der Zeit argumentiert, dass die Verbesserung der Qualität – und nicht nur der Länge – Priorität haben sollte. Aurelie von Blazekovic von der Süddeutschen Zeitung zweifelt daran, ob der Fokus auf Alltagsrelevanz die Zuschauer zurückgewinnen wird. Michael Hanfeld, Medienredakteur der FAZ, warnt zudem, dass ein 30-Minuten-Slot das etablierte Primetime-Programm der ARD durcheinanderbringen könnte.

Die Entscheidungsfindung bei der ARD wird als komplex und langwierig beschrieben. Eine endgültige Entscheidung, ob die längere Tagesschau dauerhaft eingeführt wird, steht noch aus. Der Sender hofft, mit dem Test Vertrauen in die Medien zurückzugewinnen und mehr Zuschauer anzuziehen, um den jahrelangen Quotenrückgang umzukehren.

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Der Versuch spiegelt die Bemühungen der ARD wider, sich an veränderte Sehgewohnheiten anzupassen. Während die klassischen TV-Zuschauerzahlen schrumpfen und digitale Formate boomen, setzt der Sender auf eine Mischung aus Tiefe und Relevanz. Ob sich die 30-Minuten-Version durchsetzt, hängt von der Zuschauerresonanz und den Auswirkungen auf das Abendprogramm ab.

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