Bundesbank will Ein- und Zweicent-Münzen durch Fünfcent-Rundung ersetzen
Sebastian HuberBundesbank will Ein- und Zweicent-Münzen durch Fünfcent-Rundung ersetzen
Die deutsche Bundesbank hat einen Plan vorgelegt, Bargeldzahlungen auf den nächsten Fünfcent-Betrag zu runden. Damit könnten Ein- und Zweicent-Münzen schrittweise aus dem Umlauf verschwinden. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 56 Prozent der Deutschen die Idee unterstützen.
Ziel des Vorschlags ist es, die Kosten für die Herstellung, Verpackung und den Transport der kleinen Münzen zu senken. Würde die Regelung eingeführt, würde ein Einkauf von 3,99 Euro im Bargeldverkehr auf 4,00 Euro aufgerundet, während 2,02 Euro auf 2,00 Euro abgerundet würden. Trotz solcher Anpassungen hat bisher kein EU-Land eine solche Rundung gesetzlich vorgeschrieben.
Mehrere europäische Staaten wenden bereits ähnliche Systeme an. Finnland, die Niederlande, die Slowakei, Irland, Italien, Belgien und Estland runden Bargeldzahlungen – doch keines dieser Länder hat Ein- und Zweicent-Münzen vollständig abgeschafft. In Deutschland ermöglichen einige Supermärkte in Nordrhein-Westfalen ihren Kunden bereits, Beträge auf den nächsten Zehncent-Betrag aufzurunden.
Eine Bundesbank-Studie aus dem Jahr 2023 ergab, dass Bargeld noch immer etwa die Hälfte aller Ladengeschäfte ausmacht. Der Plan spiegelt einen größeren Trend wider, auch wenn bisher kein Land eine gesetzliche Verpflichtung zur Fünfcent-Rundung eingeführt hat.
Der Vorschlag der Bundesbank könnte kleine Transaktionen vereinfachen und die Produktionskosten verringern. Bei einer Umsetzung würde sich Deutschland an bestehende Praktiken anderer europäischer Länder anpassen. Ein- und Zweicent-Münzen blieben jedoch für unbare Zahlungen weiterhin in Gebrauch.






