04 April 2026, 14:07

Bundesrat fordert strengere EU-Regeln für skandalträchtige Lebendtier-Exporte

Plakat wirbt für einen Zoo in München, Deutschland, mit Bildern eines Leoparden und einer Katze und Textinformationen über den Zoo.

Bundesrat fordert strengere EU-Regeln für skandalträchtige Lebendtier-Exporte

Bundesrat pocht auf mehr Tierschutz bei Lebendtier-Exporte

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Der deutsche Bundesrat hat eine klare Position zum Tierschutz bei der Ausfuhr von Nutztieren bezogen. Am 26. September 2025 verabschiedete er einen Beschluss, der strengere EU-Regeln für den Transport von Tieren in Drittstaaten fordert. Der Vorstoß folgt auf wiederholte Verstöße bei Lieferungen in Länder wie die Türkei, Kasachstan und Algerien.

Die von Nordrhein-Westfalen eingebrachte Resolution drängt die EU dazu, rechtlich verbindliche Standards für Tiertransporte durchzusetzen. Gefordert wird, dass künftige tierärztliche Gesundheitszeugnisse klare Tierschutz-Kriterien enthalten. Exporte sollen nur noch genehmigt werden, wenn das Empfängerland die Einhaltung des Terrestrischen Tiergesundheitskodex der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) bestätigt.

In den vergangenen Jahren hatte es schwere Verstöße bei Lebendtiertransporten gegeben. So starben Hunderte österreichischer Rinder an Bord des Frachters Spiridon II auf dem Weg in die Türkei. Ein weiterer Vorfall betraf dänische Kälber, die im November 2025 über 9.000 Kilometer durch Tschechien nach Kasachstan transportiert wurden. Im selben Monat stellte sich heraus, dass irische Exporte nach Algerien gegen EU-Schutzvorschriften verstoßen hatten.

Der Bundesrat forderte zudem eine Überprüfung des Beschlusses von 2023, wonach bilaterale tierärztliche Bescheinigungen für Zuchttier-Exporte abgeschafft wurden. Zudem schlug er vor, der EU-Kommission Befugnisse zu erteilen, Verstöße zu untersuchen und Exporte bis zur Verbesserung der Bedingungen auszusetzen. Den Behörden fehlen derzeit die Mittel, um Missstände während des Transports wirksam zu unterbinden.

Ziel der Resolution ist es, Vollzugslücken zu schließen und künftige Tierschutzverstöße zu verhindern. Mit schärferer EU-Aufsicht und verbindlichen Regeln soll der Export von Nutztieren künftig strenger geregelt werden. Ohne solche Maßnahmen drohen weitere Verstöße in Risikodestinationen.

Quelle