29 March 2026, 10:05

Caritas will bis 2030 klimaneutral werden – doch Politik bremst aus

Plakat mit Text und Logo, das "Wir reduzieren die Treibhausgasemissionen um etwa eine Gigatonne bis 2030." zeigt.

Caritas will bis 2030 klimaneutral werden – doch Politik bremst aus

Caritas strebt bis 2030 Klimaneutralität aller Einrichtungen an – ein ehrgeiziges Ziel, das die Organisation nur mit stärkerer politischer Unterstützung erreichen kann. Angesichts von 100.000 Gebäuden im Sozialbereich, die zum Klimawandel beitragen, ist die Herausforderung enorm.

Beim 3. Kölner Klimaforum stand kürzlich die Rolle sozialer Immobilien im Klimaschutz im Fokus. Wohlfahrtsverbände wie Caritas verfügen über umfangreiche Gebäudebestände, doch politische Hürden erschweren die Installation erneuerbarer Energien. Aktuelle Förderregeln blockieren den einfachen Zugang zu Photovoltaikanlagen und bremsen so den Fortschritt aus.

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Ab 2027 führt Europa eine CO₂-Bepreisung für Gebäude und Verkehr ein – eine Maßnahme, die ohne Schutzmechanismen die Mieten im sozialen Wohnungsbau in die Höhe treiben könnte. Caritas betont, dass einkommensschwache Mieterinnen und Mieter ihre Wohnungen auch dann noch bezahlen können müssen, wenn in klimafreundliche Sanierungen investiert wird.

Eva Maria Welskop-Deffaa, Vertreterin von Caritas, verwies auf den Einfluss von Papst Franziskus bei der Ausgestaltung des Pariser Klimaabkommens. Wirksamer Klimaschutz erfordere eine abgestimmte Politik – von Brüssel bis in die Kommunen. Zudem seien Anpassungen im Sozialrecht nötig, damit Wohlfahrtsverbände von günstigerem Strom aus eigenen Anlagen profitieren können.

Caritas betreibt zahlreiche Pflegeeinrichtungen, darunter 17 Standorte in Unterfranken und die St. Josefspflege in Ludwigshafen. Eine bundesweite Gesamtzahl aller Gebäude liegt jedoch nicht vor. Die Organisation fordert weiterhin fairere Rahmenbedingungen, um ihre Nachhaltigkeitspläne zu beschleunigen.

Ob das Klimaneutralitätsziel bis 2030 erreicht wird, hängt entscheidend von politischen Reformen und finanzieller Unterstützung ab. Ohne Änderungen bei Förderung und rechtlichen Vorgaben droht die grüne Wende im Sozialsektor zu stocken. Die bevorstehende CO₂-Bepreisung erhöht den Druck, Lösungen zu finden, die sowohl die Umwelt als auch einkommensschwache Haushalte schützen.

Quelle