Deutschland wirbt in Indonesien und auf der Gamescom um dringend benötigte Fachkräfte
Emil SchmittDeutschland wirbt in Indonesien und auf der Gamescom um dringend benötigte Fachkräfte
Deutschland intensiviert seine Bemühungen, dem schrumpfenden und alternden Bevölkerungsproblem entgegenzuwirken – unter anderem durch die Anwerbung ausländischer Fachkräfte. Bundesbildungsminister Johann Wadephul hält sich derzeit in Indonesien auf, einem Land mit einer jungen Bevölkerung, um dort vor allem Gesundheitsfachkräfte zu rekrutieren. Gleichzeitig setzen deutsche Nachrichtendienste und das Militär auf kreative Strategien bei der Gamescom, um neue Talente zu gewinnen.
Indonesien, mit 284 Millionen Einwohnern, verfügt über eine junge Arbeitskraft: Fast die Hälfte der Bevölkerung ist unter 30 Jahre alt. Wadephuls Besuch konzentriert sich auf die Anwerbung von Pflege- und Medizinpersonal, da Deutschland jährlich nur etwa 1.000 Arbeitsvisa für diesen Sektor vergibt. Während seiner Reise wird er christliche und muslimische Gotteshäuser besuchen, eine Sprachschule sowie ein Werk des Nutzfahrzeugherstellers LKW AG.
In einer deutschen Sprachschule in Indonesien unterzeichnete Wadephul Verträge zur Gründung von vier weiteren Schulen. Diese Einrichtungen sollen künftige Arbeitskräfte in der deutschen Sprache ausbilden und so ihre Integration in den hiesigen Arbeitsmarkt erleichtern.
Unterdessen werben in Deutschland der Bundesnachrichtendienst (BND) und die Bundeswehr auf der Gamescom, Europas größtem Gaming-Event, um potenzielle Nachwuchskräfte. Der BND hat mit BND Legends – Operation Blackbox ein interaktives Spiel entwickelt, das die Fähigkeiten der Spieler testet und gleichzeitig die Attraktivität des Dienstes bewerten soll. Die Bundeswehr setzt hingegen auf Flugsimulatoren und körperliche Herausforderungen, um neue Mitglieder zu gewinnen.
Hinter den Rekrutierungsinitiativen in Indonesien und auf der Gamescom steht Deutschlands wachsender Bedarf an Fachkräften angesichts der alternden und schrumpfenden heimischen Bevölkerung. Gelingt die Anwerbung, könnten dringend benötigte Spezialisten in den Bereichen Gesundheit, Nachrichtendienst und Verteidigung die Lücken im deutschen Arbeitsmarkt schließen.






