Düsseldorfs umstrittenes Drogenhilfezentrum nach Zürcher Vorbild startet in Oberbilk
Marie WolfDüsseldorfs umstrittenes Drogenhilfezentrum nach Zürcher Vorbild startet in Oberbilk
Düsseldorf stellt Pläne für neues Drogenhilfezentrum in Oberbilk vor
Am Donnerstagabend wird Düsseldorf die Pläne für ein neues Drogenberatungszentrum im Stadtteil Oberbilk vorstellen. Das Projekt orientiert sich am "Zürcher Modell", das den Konsum von Drogen aus dem öffentlichen Raum in kontrollierte Einrichtungen verlagern soll. Doch bereits jetzt formiert sich Widerstand: Eine lokale Bürgerinitiative hat über 2.200 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt.
Der geplante Standort liegt in einem Wohngebiet, unweit von Schulen und Kindertagesstätten. Dies hat bei Anwohnern Bedenken ausgelöst – insbesondere zur Sicherheit von Kindern und zur Rechtmäßigkeit des Projekts. Die Stadt hat für die Initiative im diesjährigen Haushalt 3,3 Millionen Euro eingeplant. Das Zentrum soll unter anderem einen begrenzten Konsum und die Abgabe von Drogen vor Ort ermöglichen, um Nutzer:innen von der Straße wegzuholen.
Das Zürcher Modell, entwickelt vom Drogeninformationszentrum (DIZ), bietet Beratung, Drogenchecks und niedrigschwellige Hilfsangebote für Menschen bis 35 Jahre. Zudem gibt es drei geschützte Kontaktstellen, an denen Konsument:innen unter Polizeiaufsicht Drogen einnehmen und tauschen können – bei gleichzeitigem striktem Verbot des öffentlichen Konsums. Vertreter aus Düsseldorf und Köln verweisen auf die Erfolge des Modells bei der Reduzierung offener Drogenszenen.
Die Düsseldorfer Variante soll noch in diesem Sommer starten und zunächst mit Beratungsangeboten, medizinischer Grundversorgung und psychiatrischer Betreuung beginnen. Bei der Veranstaltung am Donnerstag werden Sozialarbeiter:innen und Streetwork-Teams anwesend sein, um auf die Sorgen der Anwohner einzugehen und den Betrieb des Zentrums zu erläutern.
Die Stadt argumentiert, dass das Zentrum die Sicherheit rund um den Hauptbahnhof erhöhen werde, indem es eine engmaschigere Betreuung für Suchtgefährdete bietet. Die ersten Dienstleistungen sollen in den kommenden Monaten aufgenommen werden. Doch der Widerstand der Bürgerinitiative Eisenstraße deutet darauf hin, dass die Debatte noch nicht abgeschlossen ist. Ob das Projekt langfristig gelingt, hängt davon ab, ob es den Spagat zwischen Schadensminimierung und den Bedenken der Anwohner schafft.