25 April 2026, 16:04

EU-Recht auf Reparatur: Mehr Nachhaltigkeit – aber zu welchem Preis?

Eine Europa-Karte mit dem Logo des Europäischen Umweltbüros (EEB) oben links, unterschiedlich grün schattiert, um die EU-Regionen anzuzeigen.

EU-Recht auf Reparatur: Mehr Nachhaltigkeit – aber zu welchem Preis?

Neue EU-Richtlinie zum "Recht auf Reparatur": Mehr Nachhaltigkeit, aber höhere Kosten?

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Seit Juli 2024 gilt eine neue EU-Richtlinie zum "Recht auf Reparatur", die Reparaturen von Elektronik- und Haushaltsgeräten erleichtern soll. Die Mitgliedstaaten – darunter auch Deutschland – müssen die Vorgaben bis Juli 2026 in nationales Recht umsetzen. Doch es mehren sich Bedenken, dass die Regelungen sowohl Reparaturen als auch Neugeräte verteuern könnten.

Laut der Richtlinie sind Hersteller verpflichtet, auch nach Ablauf der Garantie Reparaturen zu angemessenen Preisen anzubieten. Ziel ist es, die Lebensdauer von Produkten zu verlängern und Müll zu reduzieren. Doch viele Branchenvertreter warnen vor unerwarteten finanziellen Belastungen.

So erwarten 63 Prozent der Hersteller, dass die Reparaturkosten steigen werden. Als Gründe nennen sie höhere Personalkosten und die Notwendigkeit, Ersatzteile vorrätig zu halten. Ähnlich sehen es 68 Prozent der Händler, die mit teureren Komponenten und Fachkräftemangel rechnen.

Für Verbraucher bleibt die Kostenfrage entscheidend: Aktuell empfinden 70 Prozent Reparaturen im Vergleich zum Neukauf als zu teuer. Im Schnitt sind Kunden nur bereit, bis zu 22 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises für eine Reparatur auszugeben. Gleichzeitig gehen 62 Prozent der Händler davon aus, dass die Preise für Neugeräte steigen werden, um die neuen Reparaturverpflichtungen auszugleichen – eine Einschätzung, die nur 37 Prozent der Hersteller teilen.

Auch die Nachhaltigkeitsziele der Richtlinie könnten an praktischen Hürden scheitern: 74 Prozent der Händler geben zu, dass ihnen das qualifizierte Personal fehlt, um eine mögliche Flut an Reparaturaufträgen mit den bestehenden Ressourcen zu bewältigen.

Die EU verspricht sich von den neuen Regeln weniger Elektroschrott und langfristig geringere Ausgaben für Verbraucher. Doch ob die Reform ihr Ziel erreicht, hängt davon ab, ob es gelingt, die steigenden Kosten mit den ökologischen Vorteilen in Einklang zu bringen. Deutschland hat nun bis Mitte 2026 Zeit, die Vorgaben in deutsches Recht zu überführen.

Quelle