15 March 2026, 06:03

EU-Saatgutverordnung bedroht kleine Erzeuger und seltene Pflanzensorten

Ein Plakat für Rohrer's Saatgut-Jahrbuch 1942 mit einer bunten Auswahl an Blumen, Pflanzen, Gras, einer Person, einem Haus, Bäumen und einem klaren blauen Himmel, mit Texten, die Informationen über die Saatgutarten enthalten.

EU-Saatgutverordnung bedroht kleine Erzeuger und seltene Pflanzensorten

Ein geplanter EU-Saatgutverordnung wirft bei kleinen Erzeugern und Gärtnern in ganz Deutschland Besorgnis auf. Das neue Gesetz könnte den Handel mit traditionellem Saatgut deutlich erschweren und seltene Pflanzensorten sowie lokale Betriebe bedrohen. Seit Februar 2026 laufen Verhandlungen zwischen den EU-Institutionen, doch bisher gibt es keine klaren Lösungsansätze.

Die Verordnung sieht strenge Zertifizierungsvorschriften und hohe Gebühren für Saatguthersteller vor. Viele kleine Unternehmen in Städten wie Düsseldorf fürchten, dass sie diese Kosten nicht tragen können und gezwungen wären, zu schließen. Michael Bonke, Organisator des Düsseldorfer Saatgutfestes, warnte, die finanzielle Belastung könnte manche Erzeuger in den Ruin treiben.

Saatgutbibliotheken in Köln, Neuss und Konstanz setzen sich bereits für den Erhalt der Artenvielfalt ein, indem sie Saatgut kostenlos verleihen. Claudia Neufurth von der Stadtbibliothek Neuss verzeichnete eine große Nachfrage nach bestimmten Sorten. Sollte das Gesetz jedoch in Kraft treten, könnten Gärtner bald nur noch auf standardisiertes Saatgut großer Konzerne angewiesen sein.

Das Europäische Parlament setzt sich für Ausnahmen ein, um kleinen Erzeugern das Überleben zu ermöglichen. Der Rat der Agrarminister hingegen drängt auf einen strengeren Kurs mit scharfen Kontrollen. Lokale Veranstaltungen wie das Münchner Saatgutfest am 1. März 2026 unterstreichen die laufenden Bemühungen zum Erhalt traditioneller Sorten, doch groß angelegte Initiativen fehlen bisher.

Ohne Änderungen an der geplanten Verordnung könnten seltene Saatgutsorten aus den Gärten verschwinden. Kleine Erzeuger dürften Mühe haben, die neuen Anforderungen zu erfüllen, was Gärtnern weniger Auswahl lässt. Das Ergebnis der EU-Verhandlungen wird entscheiden, ob traditionelles Saatgut zugänglich bleibt – oder für immer verschwindet.

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