Ford Köln halbiert Belegschaft: Warum die E-Auto-Wende ins Stocken gerät
Marie WolfDer Schreckgespenst der Entlassungen verschwindet bei Ford - Ford Köln halbiert Belegschaft: Warum die E-Auto-Wende ins Stocken gerät
Fords Werk in Köln hat 2024 massive Personalabbaumaßnahmen durchlaufen – die Belegschaft wurde seit 2019 fast halbiert. Aufgrund der schwachen Nachfrage nach Elektrofahrzeugen stellte das Unternehmen im Januar auf ein Ein-Schicht-Modell um. Trotz Milliardeninvestitionen in die Modernisierung des Standorts blieben die Absatzzahlen für E-Autos hinter den Erwartungen zurück, was Ford Deutschland in die Verlustzone drängte.
Die Umstrukturierung begann zu Jahresbeginn abrupt: Fast 1.000 Produktionsstellen wurden sofort gestrichen. Ford begründete den Wechsel von zwei auf eine Schicht mit der lahmen Nachfrage nach Elektrofahrzeugen. Seither verzichtete das Unternehmen auf betriebsbedingte Kündigungen und setzte stattdessen auf freiwillige Abgänge.
Rund 2.100 Mitarbeiter haben das Kölner Werk bereits verlassen, weitere 800 Stellen werden im Rahmen von Geschäftsverkäufen an Investoren übertragen. Dies ist Teil eines größeren Personalabbaus: Die Belegschaft schrumpfte von 18.000 im Jahr 2019 auf heute etwa 10.500. Nach Abschluss der aktuellen Kürzungen wird die Zahl der Beschäftigten unter 9.000 fallen.
Ziel der Stellenstreichungen und Sparmaßnahmen ist die Rückkehr in die Gewinnzone. Zwar liegen keine spezifischen Produktionsdaten für E-Autos aus Köln seit der Umstellung vor, doch der allgemeine Trend zeigt einen Anstieg der Neuzulassungen in Deutschland. Von Januar bis September 2025 wurden 382.200 neue Elektrofahrzeuge registriert – deutlich mehr als im gleichen Zeitraum 2024 – bei einem europaweiten Plus von 24 Prozent.
Fords Werk in Köln arbeitet nun mit einer deutlich kleineren Belegschaft, was die Schwierigkeiten des Konzerns widerspiegelt, Investitionen in die E-Mobilität mit der Marktentwicklung in Einklang zu bringen. Die Kürzungen sollen die Finanzen stabilisieren, doch die langfristigen Auswirkungen auf Produktion und Rentabilität bleiben abzuwarten. Unterdessen steigen die E-Auto-Zulassungen in Deutschland weiter – getrieben vom allgemeinen Wachstum in Europa.