06 May 2026, 06:57

Forschungsprojekt enthüllt NS-Vergangenheit der NRW-Polizei in Recklinghausen

Ein detaillierter alter Stadtplan von Weimar, Deutschland, mit Text oben und unten, der Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten zeigt.

Forschungsprojekt enthüllt NS-Vergangenheit der NRW-Polizei in Recklinghausen

Neues Forschungsprojekt deckt die dunkle Vergangenheit der nordrhein-westfälischen Polizei in der NS-Zeit auf

Ein neues Forschungsprojekt bringt die düstere Geschichte der Polizei in Nordrhein-Westfalen während der NS-Diktatur ans Licht. Die am Montag, dem 9. Dezember 2024, gestartete Initiative untersucht, wie aus der Behörde, die einst als öffentlicher Dienstleister galt, ein Werkzeug der Unterdrückung wurde. Einer der zentralen Orte ist das Polizeipräsidium Recklinghausen, das heute eine Dauerausstellung zu seiner Rolle bei den Kriegsverbrechen beherbergt.

Das unter dem Titel „Orte der Polizeigeschichte“ geführte Projekt wurde von der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen (HSPV NRW) entwickelt. Es umfasst rund 50 Schauplätze, die mit der Polizeigeschichte der Region verbunden sind – mit besonderem Fokus auf die Weimarer Republik und die NS-Zeit. Eine interaktive Website unter polizei.nrw/presse/aus-der-geschichte-lernen-forschungsprojekt-orte-der-polizeigeschichte-vorgestellt ermöglicht es Besuchern, diese Orte detailliert zu erkunden.

Das Polizeipräsidium Recklinghausen in der Westerholter Straße ist ein zentraler Untersuchungsort. Während der NS-Herrschaft wurde das Gebäude zu einer Stätte der Gestapo-Folter und -Misshandlung, während das Polizeibataillon 316 in den besetzten Gebieten Hinrichtungen durchführte. Heute beherbergt das Präsidium die Ausstellung „Wir erinnern uns“, die diese Verbrechen dokumentiert und bei angehenden Beamten demokratische Werte festigt.

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Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen betonte die Bedeutung einer offenen Auseinandersetzung mit dieser Vergangenheit. Sie argumentierte, dass das Verständnis vergangener Versäumnisse entscheidend sei, um deren Wiederholung zu verhindern. Eine Karte aller erfassten Orte ist unter hspv.nrw.de/projekt-orte-der-polizeigeschichte abrufbar.

Das Forschungsprojekt zeigt auf, wie das Bild der Polizei als „Freund und Helfer“ aus der Weimarer Zeit später ausgenutzt wurde, um sie in ein Instrument der Repression umzuformen. Durch die Aufarbeitung der Vergangenheit strebt das Polizeipräsidium Recklinghausen an, die Verantwortungskultur und demokratischen Grundsätze innerhalb der Behörde zu stärken. Die interaktive Website und die Ausstellung dienen nun als Bildungsinstrumente – sowohl für Beamte als auch für die Öffentlichkeit.

Quelle