Frauenfilmfestival Dortmund/Köln feiert kollektiven Widerstand und filmische Pionierinnen
Sebastian HuberFrauenfilmfestival Dortmund/Köln feiert kollektiven Widerstand und filmische Pionierinnen
Die letzte Ausgabe des Internationalen Frauenfilmfestivals (IFFF) Dortmund/Köln endete mit einem Fokus auf kollektive Kämpfe und Erzählkunst. Das diesjährige Motto Gemeinsames Land rückte Ressourcen in den Mittelpunkt, die von Gemeinschaften geteilt statt von Einzelnen besessen werden. Ein Höhepunkt war die Würdigung von Sophie Maintigneux, einer Pionierin der Kameraarbeit und Professorin an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB).
Im Wettbewerb um den besten Spielfilm prägten Filme über weiblichen Widerstand und Solidarität das Programm. Nunkui und Gott wird nicht helfen überzeugten durch ihre Porträts von Frauen, die sich gegen Unterdrückung auflehnen. Dokumentarfilme wiederum beleuchteten Landkonflikte und kulturelle Widerstandsfähigkeit.
Unser Land, unsere Freiheit begleitete kenianische Aktivistinnen, die sich Territorien von britischer Kontrolle zurückerobern. Florence Lazars Du denkst, die Erde sei eine tote Sache verfolgte den Kampf Martiniques gegen ökologische Zerstörung, während Einheimische brachliegende Flächen zurückforderten. Raquel Gerbers Ôrí dokumentierte die schwarze Bewegung Brasiliens unter der Diktatur und ihre Wurzeln in geflohenen Sklavengemeinschaften.
Eine zentrale Diskussion bot Silvia Federici, Autorin von Caliban und die Hexe, die per Videolink zugeschaltet war. Sie analysierte die Verbindungen zwischen frühem Kapitalismus, Frauenunterdrückung und Hexenverfolgung. Maintigneux reflektierte in einem eigenen Gespräch über ihre frühen Jahre als eine der wenigen Kamerafrauen Frankreichs, unter anderem an der Seite von Éric Rohmer. Später wandte sie sich dem Dokumentarfilm zu, angezogen von dessen kreativer Freiheit und größerer Verantwortung.
Die letzte Ausgabe des Festivals hinterließ mit ihrem Fokus auf gemeinschaftliches Land und Widerstand Spuren. Filme wie Ôrí und Unser Land, unsere Freiheit brachten globale Kämpfe auf die Leinwand. Maintigneux' Werdegang und Federicis Analysen vertieften die Debatten über Geschichte, Macht und kollektives Handeln.






