Geheime Castor-Routen versehentlich im Netz veröffentlicht – und wieder gelöscht
Sebastian HuberGeheime Castor-Routen versehentlich im Netz veröffentlicht – und wieder gelöscht
Flugsperrzonen für anstehenden Castor-Atommülltransport versehentlich online veröffentlicht
Die Routen für den geplanten Transport von Castor-Behältern mit atomarem Abfall, die normalerweise streng geheim gehalten werden, waren für kurze Zeit auf einer behördlichen Luftfahrtplattform einsehbar, bevor sie wieder entfernt wurden. Noch haben die Verantwortlichen nicht erklärt, wie es zu dem Fehler kam oder ob Konsequenzen gezogen werden.
Die Details der Flugverbotszonen waren auf der Digitalen Plattform für unbemannte Luftfahrt (dipul.de) des Bundesverkehrsministeriums von Mittwochabend bis Donnerstag öffentlich zugänglich. Die Sperrgebiete erstreckten sich entlang der Strecke von Jülich nach Ahaus, wo der nächste Castor-Transport vorgesehen ist. Solche Routen werden in der Regel unter Verschluss gehalten, da Atomtransporte als mögliche Ziele für Terroranschläge oder als Brennpunkte für Proteste gelten.
Die veröffentlichten Informationen umfassten auch ein Drohnenverbot über Autobahnen in Nordrhein-Westfalen. Bei dem Transport selbst geht es um die Verbringung von Brennelementen aus einem stillgelegten Forschungsreaktor zu einem Zwischenlager in Ahaus. Trotz des Datenlecks gab es bisher weder offizielle Stellungnahmen noch zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen seitens des Verkehrsministeriums.
Anfragen an das Ministerium nach einer Stellungnahme blieben unbeantwortet. Unklar ist weiterhin, wie es zu der versehentlichen Veröffentlichung kam.
Der Vorfall wirft Fragen zum Umgang mit sensiblen Transportdaten auf. Da weder eine offizielle Reaktion noch korrektive Schritte bekannt gegeben wurden, bleibt die Sicherheit künftiger Castor-Transporte fragwürdig. Die Schweigsamkeit des Ministeriums lässt offen, ob die Abläufe überarbeitet werden, um ähnliche Pannen künftig zu vermeiden.






