09 June 2026, 04:03

Grüne starten Petition gegen "ökologische Sünde" durch Waldrodung in Munster

Streit um geplante Entwaldung in Münster: 'Ersatzpflanzungen' reichen nicht

Grüne starten Petition gegen "ökologische Sünde" durch Waldrodung in Munster

Ein Bauunternehmen in Munster drängt auf eine Erweiterung um 2,5 Hektar, für die ein Mischwald gerodet werden müsste. Die Grünen lehnen das Vorhaben vehement ab und bezeichnen es als „ökologische Sünde“ in Zeiten der Klimakrise. Nun startet die Partei eine Petition, um die öffentliche Unterstützung gegen die Abholzung zu mobilisieren.

Bei dem betroffenen Wald handelt es sich um einen Bestand mit alten Laubbäumen und Douglasien, die bei einer Umsetzung der Pläne verloren gingen. Derzeit dient er als natürliche Barriere und schützt nahegelegene Kasernen vor Staubbelastung. Ortsansässige Mitglieder der Grünen betonen zudem, dass das Gebiet ein wichtiger Naherholungsraum für Anwohner ist.

Anke Heidelberg, Vertreterin der Münsteraner Grünen, unterstrich, dass ein vollständiger Ersatz eines solchen Waldes praktisch unmöglich sei. Sie verwies auf die Jahrzehnte, die für die Aufforstung nötig wären, sowie auf den unwiederbringlichen Verlust von Mikroorganismen. Beate Spieker, eine weitere Grüne, nannte die geplante Rodung angesichts der anhaltenden Bedrohungen durch Klimawandel und Artensterben eine „ökologische Sünde“.

Die Partei fordert die Stadträte auf, das Gelände vor einer Entscheidung persönlich in Augenschein zu nehmen. Um ihre Position zu stärken, wollen die Grünen eine Petition auf OpenPetition starten und so zeigen, dass ihr Widerstand breite Unterstützung findet.

Die Unterschriftensammlung wird ein Stimmungsbild zur geplanten Abholzung liefern. Sollte sie erfolgreich sein, könnte sie die lokalen Behörden unter Druck setzen, die Erweiterungspläne zu überdenken. Das Ergebnis wird entscheiden, ob der Wald erhalten bleibt oder industrieller Nutzung weichen muss.

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