14 March 2026, 08:04

Günther Jauch kauft Loriots legendäres Haus am Starnberger See

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto eines Berliner Restaurants mit Tischen, Stühlen, Blumenvasen, einer Statue, Skulpturen, Pflanzen und Text unten.

Günther Jauch kauft Loriots legendäres Haus am Starnberger See

Günther Jauch hat das ehemalige Domizil des legendären deutschen Humoristen Vicco von Bülow erworben, der unter seinem Künstlernamen Loriot bekannt wurde. Das Anwesen liegt am Ufer des Starnberger Sees – ein Ort, der eng mit dem Leben und Wirken des verstorbenen Satirikers verbunden ist. Jauch, ein langjähriger Verehrer von Loriots Humor, hat sich bereits in der Vergangenheit für den Erhalt kultureller Stätten eingesetzt, darunter die Restaurierung des Marmorpalais in Potsdam.

Vicco von Bülow entstammte einer mecklenburgischen Adelsfamilie, deren Wappen einen goldenen Pirol zeigte – den Vogel, der ihm später als Inspiration für sein Pseudonym diente. Bevor er als Filmemacher bekannt wurde, feierte er in den 1950er-Jahren erste Erfolge mit satirischen Büchern wie Der gute Ton – Ein unentbehrliches Handbuch für feine Leute und Reinhold das Nashorn – Zwei Experten enthüllen 20 erprobte Liebestrick. Sein scharfer Witz prägte später auch ikonische Sketche wie Das Frühstücksei (1976), gedreht in einem bewusst chaotisch inszenierten Wohnzimmer.

Loriot drehte zwei beliebte Filme: Ödipussi (1988) und Pappa ante Portas (1991), beide mit Evelyn Hamann in der Hauptrolle. Schlüsselszenen von Ödipussi entstanden im Imperiale Palace Hotel in Santa Margherita Ligure, in der Münchner Kongresshalle sowie in der Alten Wache in Potsdam, die als Leipziger Hotel diente. Die Klinik Grüner Hügel in St. Ingbert bildete die Kulisse für die Psychiatrie.

Für Pappa ante Portas wurden unter anderem der Axel-Springer-Hochhaus in Berlin als Schauplatz für die Entlassung von Heinrich Lohse genutzt. Die Esszimmerszenen der Familie Lohse entstanden im ursprünglichen Haus am Starnberger See, während der Ahlbecker Pier auf Usedom und Wohnstraßen in Grünwald bei München weitere Drehorte boten.

Mit dem Kauf bewahrt Jauch ein Stück deutscher Kulturgeschichte und verknüpft Loriots Erbe mit einem Ort, der für sein künstlerisches Schaffen zentral war. Das Haus, nun in den Händen eines Mannes, der seine Bedeutung schätzt, reiht sich ein in andere Denkmäler, deren Erhalt Jauch gefördert hat. Sowohl die Filme als auch das Gesamtwerk des Komikers prägen bis heute den deutschen Humor.

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