Heidelberg Materials schließt Zementwerk in Paderborn – 53 Jobs betroffen
Sebastian HuberHeidelberg Materials schließt Zementwerk in Paderborn – 53 Jobs betroffen
Heidelberg Materials kündigt Schließung des Zementwerks in Paderborn an
Der Baustoffkonzern Heidelberg Materials hat Pläne bekannt gegeben, sein Zementwerk in Paderborn zu schließen. Die Entscheidung betrifft 53 Mitarbeiter und markiert eine strategische Neuausrichtung der Produktionsaktivitäten des Unternehmens. Während der Steinbruch und die Betonproduktion am Standort weiterbetrieben werden, spiegelt die Schließung größere Veränderungen im europäischen Netzwerk des Konzerns wider.
Das Werk in Paderborn betrieb seit 2022 einen kleinen Drehrohrofen im Pilotmodus. Seine Hauptaufgabe bestand in der Erprobung von Ternocem®, einem kohlenstoffarmen Zement, der von Heidelberg Materials entwickelt wurde. Da das Unternehmen mittlerweile an allen Standorten kohlenstoffarmen Zement produziert, entfällt die besondere Rolle Paderborns. Die weitere Entwicklung von Ternocem® wird an einen anderen Standort verlegt.
Die Schließung ist Teil einer umfassenden Strategie zur Optimierung der europäischen Produktion von Heidelberg Materials. Der Zementabsatz ist deutlich zurückgegangen, während der Konzern auf umweltfreundlichere Alternativen umsteigt. Gleichzeitig wird der Steinbruch sowie das Transportbeton-Geschäft der Tochterfirma Mineralik in Paderborn auch nach der Werksschließung weitergeführt.
Heidelberg Materials hat zugesagt, die betroffenen Mitarbeiter zu unterstützen. Dazu gehören Versetzungsmöglichkeiten in nahegelegene Betriebe, um eine sozialverträgliche Lösung zu finden. Die Ankündigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktie des Unternehmens innerhalb des letzten Monats um fast 18 Prozent gefallen ist – ein direkter Zusammenhang mit der Paderborn-Schließung wurde jedoch nicht bestätigt.
Die Stilllegung des Werks in Paderborn verringert zwar die Zementkapazitäten von Heidelberg Materials, treibt jedoch gleichzeitig die Strategie für kohlenstoffarme Produkte voran. Den Mitarbeitern wird bei der Vermittlung neuer Positionen innerhalb des Konzerns geholfen. Zudem deutet der Schritt auf eine Konsolidierung der Forschungs- und Produktionsaktivitäten des Unternehmens in ganz Europa hin.