13 March 2026, 00:03

Junger Wähler fordert mehr Mitsprache: "Demokratie muss uns endlich ernst nehmen"

Eine Zeichnung einer vielfältigen Gruppe von Menschen, einige sitzen und einige stehen, mit dem Text "Die demokratische Plattform" darüber.

Junger Wähler fordert mehr Mitsprache: "Demokratie muss uns endlich ernst nehmen"

Der 19-jährige Jannis Auffenberg aus Bielefeld hat bereits bei mehreren Wahlen seine Stimme abgegeben – und doch fühlt er sich politisch kaum gehört. Zwar ist die Wahlbeteiligung unter Jugendlichen seit 2009 langsam gestiegen, doch bei der Bundestagswahl 2025 blieb sie hinter dem bundesweiten Durchschnitt zurück. Jetzt fordert er tiefgreifende strukturelle Veränderungen, um jungen Menschen mehr Mitsprache in der Demokratie zu ermöglichen.

Auffenberg hat an der Europawahl 2024, der letzten Bundestagswahl und den Kommunalwahlen 2025 teilgenommen. Doch sein Engagement reicht ihm nicht: Allein durch Wählen ließe sich kein echter Wandel bewirken, findet er. Seiner Meinung nach fehlt es in Wahlkämpfen oft an inhaltlicher Debatte, und das Interesse der Politiker an den Anliegen der Bürger verflüchtige sich schnell, sobald die Stimmen ausgezählt sind.

Besonders kritisch sieht er das aktuelle Wahlalter von 18 Jahren, das er für willkürlich hält. Es sollte auf 16 gesenkt werden, argumentiert Auffenberg, denn politische Entscheidungen prägen die Zukunft junger Menschen. Wer sie ausschließe, vertiefe nur ihre Entfremdung von der Demokratie. Für ihn zählt die Stimme eines jungen Menschen genauso viel wie die eines langjährigen Wählers – und Ausgrenzung werde politische Gleichgültigkeit nicht beheben.

Ein weiterer zentraler Punkt für Auffenberg ist die politische Bildung. Nur eine informierte Gesellschaft könne sich wehren und weiterentwickeln, betont er. Die Menschen müssten verstehen, wie Politik funktioniert – nicht nur, um wählen zu gehen, sondern um Entscheidungen aktiv mitzugestalten.

Organisationen wie die EJHN (Evangelische Jugend in Hessen und Nassau) setzen sich bereits für mehr Jugendbeteiligung ein und fördern Eigeninitiative und demokratische Teilhabe. Doch Studien zeigen, dass strukturelle Hürden viele junge Menschen nach wie vor davon abhalten, sich einzubringen. Auffenberg ist überzeugt: Echter Wandel erfordert mehr als nur Wahlen – nötig seien frühe politische Erfahrungen, echte Mitbestimmung und ein Platz am Tisch in fast allen gesellschaftlichen Bereichen.

Seine Forderungen nach Reformen spiegeln eine breitere Debatte über die politische Teilhabe von Jugendlichen wider. Zwar hat sich deren Wahlbeteiligung verbessert, doch sie liegt weiterhin unter dem Durchschnitt. Auffenbergs Argumente unterstreichen die Notwendigkeit eines niedrigeren Wahlalters, besserer Bildung und direkterer Einflussmöglichkeiten – Veränderungen, die entscheiden könnten, wie die Demokratie ihre jüngsten Bürger einbindet.

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