Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – Experten warnen vor sozialer Spaltung
Emil SchmittEhemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittsgebühr für den Kölner Dom - Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – Experten warnen vor sozialer Spaltung
Kölner Dom könnte erstmals Eintrittsgeld erheben
Der Kölner Dom, eines der bekanntesten Wahrzeichen Deutschlands, könnte ab der zweiten Jahreshälfte 2024 erstmals eine Eintrittsgebühr verlangen. Die historische Stätte, die jährlich rund sechs Millionen Besucher anzieht, steht damit vor einem tiefgreifenden Wandel. Die Pläne stoßen jedoch bereits auf scharfe Kritik von einer führenden Expertin für den Erhalt des Bauwerks.
Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin des Kölner Doms, hat sich vehement gegen die geplante Eintrittsgebühr ausgesprochen. Sie bezeichnete den Vorstoß als "sehr problematisch" und warnte davor, dass dadurch der Zugang vor allem wohlhabenderen Besuchern vorbehalten bleiben könnte. Der Dom, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, ist derzeit noch für alle kostenfrei zugänglich.
Die genauen Kosten für die Gebühr stehen zwar noch nicht fest, doch Schock-Werner betonte, dass eine solche Maßnahme den offenen und inklusiven Charakter des Bauwerks verändern könnte. Zwar erkannte sie den Bedarf an zusätzlichen Finanzmitteln an, doch eine Bezahlpflicht für Besucher könnte ihrer Meinung nach die kulturelle und spirituelle Bedeutung des Doms für die Stadt schwächen.
Der Kölner Dom zählt zu den meistbesuchten katholischen Kirchen weltweit. Er beherbergt die Reliquien der Heiligen Drei Könige und prägt seit Jahrhunderten das Bild der Stadt. Eine Eintrittsgebühr könnte jedoch auch Touristen abschrecken und die internationale Strahlkraft des Doms mindern.
Die Diskussion um die Eintrittsgelder zeigt das Spannungsfeld zwischen Finanzierung und öffentlichem Zugang. Sollte die Gebühr eingeführt werden, wäre dies ein einschneidender Schritt für den Betrieb des Doms. Die Verantwortlichen müssen nun abwägen, inwieweit finanzielle Notwendigkeiten das Risiko rechtfertigen, Besucher zu verprellen.