Krefeld kämpft um Ganztagsbetreuung für Grundschüler bis 2027
Krefeld treibt die Pläne zum Ausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder entschlossen voran. Bis zum Schuljahr 2026/27 will die Stadt eine neue gesetzliche Vorgabe umsetzen und allen Erstklässlern ein ganztägiges Betreuungsangebot bieten. Doch wegen Bedenken bei der Finanzierung und Organisation hat sich Krefeld einem Rechtsstreit mit anderen nordrhein-westfälischen Kommunen angeschlossen.
Seit dem Schuljahr 2018/19 baut Krefeld die Nachmittagsbetreuung schrittweise aus. Jährlich kamen 15 neue Gruppen hinzu, sodass sich die Zahl der Ganztagsplätze von 3.058 auf 5.862 erhöhte. Trotz dieses Fortschritts liegt die aktuelle Auslastung bei 67 Prozent – noch weit entfernt vom angestrebten Ziel von 80 Prozent Abdeckung.
Um die Engpässe zu überwinden, erwägt die Stadt eine leichte Vergrößerung der Gruppen um bis zu zwei Kinder. Für Schulen, die keine vollständige Verpflegung anbieten können, wird eine vorübergehende Betreuungslösung bis 14 Uhr geprüft. Stadtdirektor Markus Schön betont zwar Krefelds Entschlossenheit, die Vorgabe bis 2026/27 zu erfüllen, warnt jedoch, dass die Finanzierung eine große Hürde bleibt. Die Kommune muss die Hälfte der Betriebskosten tragen – eine Belastung, die Schön ohne klarere finanzielle Unterstützung des Landes für nicht tragbar hält.
Aus diesem Grund hat sich Krefeld einer Klage anderer NRW-Städte angeschlossen. Mit der rechtlichen Initiative wird die Finanzierungs- und Organisationsstruktur des Landes für den Ganztagsausbau angefochten. Die Kommunen argumentieren, dass die aktuellen Pläne die Haushalte vor Ort übermäßig belasten.
Krefelds Bemühungen um den Ausbau der Kinderbetreuung zeigen sowohl Ehrgeiz als auch finanzielle Grenzen. Die Stadt stockt weiterhin Kapazitäten auf und sucht gleichzeitig nach rechtlichen und operativen Lösungen. Das Ergebnis des Rechtsstreits könnte maßgeblich beeinflussen, wie Kommunen in ganz NRW die Ganztagsbetreuung in den kommenden Jahren finanzieren und umsetzen.