15 March 2026, 04:03

Kriminelles Netzwerk entsorgt jahrelang illegalen Sondermüll in NRW – 500.000 Tonnen betroffen

Ein Schild am Straßenrand trägt die Aufschrift "Melde illegalen Müll und Verschmutzung", mit Bäumen und Pflanzen im Hintergrund und einer Tafel mit Text im Vordergrund.

Kriminelles Netzwerk entsorgt jahrelang illegalen Sondermüll in NRW – 500.000 Tonnen betroffen

Großrazzia in Nordrhein-Westfalen deckt kriminelles Netzwerk zur illegalen Entsorgung von Sondermüll auf

Eine umfangreiche Ermittlung in Nordrhein-Westfalen hat ein kriminelles Netzwerk aufgedeckt, das über Jahre hinweg große Mengen gefährlicher Abfälle illegal entsorgt hat. Seit eineinhalb Jahren untersucht die Staatsanwaltschaft einen Abfallvermittler aus Unna, der verdächtigt wird, illegale Deponien betrieben und Kunden durch gefälschte Abfallnachweise betrogen zu haben.

Der 52-jährige Beschuldigte, der bereits wegen Bestechung und Steuerhinterziehung vorbestraft ist, gab sich laut Ermittlern als "freier Berater" eines Recyclingunternehmens in Soest aus. Offiziell sollte er Materialströme steuern, doch stattdessen sollen er und seine Komplizen gefährliche Abfälle angenommen, mit harmlosen Stoffen vermischt und umdeklariert haben – um sowohl Kunden als auch Behörden zu täuschen.

Einer der größten illegalen Mülldeponien wurde auf einem Gewerbegelände in Selfkant nahe der niederländischen Grenze entdeckt, wo rund 23.000 Tonnen belasteter Erde einfach zurückgelassen wurden. Weitere betroffene Gebiete umfassen den Tagebau Garzweiler. Bei einer Durchsuchung des Fahrzeugs des Verdächtigen beschlagnahmte die Polizei 120.000 Euro in bar, 200 Gramm Gold und weitere Wertgegenstände.

Die von der Zentralstelle für Umweltstrafsachen (ZfU) geleiteten Ermittlungen haben bisher mehrere Unternehmen belastet. Dazu zählen die Erdbaumaßnahmen GmbH in Duisburg, die Bodenrecycling NRW GmbH in Gelsenkirchen und die Abfall-Entsorgung Westfalen AG in Dortmund, die der großangelegten illegalen Abfallsammlung beschuldigt werden. Seit 2022 wurden über 500.000 Tonnen kontaminierter Erde und Sondermüll unsachgemäß behandelt.

Als Reaktion leitet die Stadt Gelsenkirchen nun rechtliche Schritte ein, um Hersteller und Lieferanten nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz zur Verantwortung zu ziehen.

Dem Hauptverdächtigen drohen Anklagen wegen des Betriebs illegaler Abfallanlagen, des unerlaubten Umgangs mit Gefahrstoffen und organisierten Betrugs. Die Behörden prüfen weiterhin das Ausmaß des Netzwerks – mehrere Speditions-, Bau- und Entsorgungsfirmen stehen noch unter Beobachtung. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Bemühungen, Umweltkriminalität in der Region entschlossen zu bekämpfen.

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