12 March 2026, 14:03

Kunstakademie Düsseldorf: Rektorin Fioretti wehrt sich gegen Rücktrittsforderungen

Ein Plakat mit einem bunten Kreuz in der Mitte, umgeben von pink, blau, gelb und grünen Tönen, mit der Aufschrift "Cancel Culture August Meriwether 2020".

Kunstakademie Düsseldorf: Rektorin Fioretti wehrt sich gegen Rücktrittsforderungen

Die Rektorin der Düsseldorfer Kunstakademie, Donatella Fioretti, steht unter wachsendem Druck, von ihrem Amt zurückzutreten. Im Mittelpunkt der Kontroverse steht eine kürzliche Veranstaltung mit der palästinensischen Künstlerin Basma al-Sharif, die Vorwürfe des Antisemitismus auslöste. Eine Petition, die Fiorettis Rücktritt fordert, hat mittlerweile über 700 Unterschriften gesammelt – darunter auch die Unterstützung des Düsseldorfer Oberbürgermeisters.

Der Streit entzündete sich, als die Akademie trotz Protesten jüdischer Organisationen eine Veranstaltung mit al-Sharif durchführte. Kritiker werfen der Künstlerin antisemitische Positionen vor und fordern von Fioretti, sich klar von solchen Haltungen zu distanzieren. Die Petition, die unter anderem von Oberbürgermeister Stephan Keller mitgetragen wird, wirft Fioretti vor, keine sichere Umgebung für alle Studierenden gewährleistet zu haben.

Fioretti lehnt einen Rücktritt ab und verteidigt ihre Entscheidung mit dem Verweis auf akademische und künstlerische Freiheit. Sie zog Parallelen zu aktuellen Debatten um die Führung der Berlinale und den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. In ihrer Stellungnahme kritisierte sie zudem, was sie als politische Einmischung in kulturelle Einrichtungen bezeichnete.

Die Kunstakademie hält an Fioretti fest und wies die Rücktrittsforderungen zurück. Gleichzeitig kündigte sie Maßnahmen an, um die Bedenken auszuräumen: So soll im Herbst 2024 eine unabhängige Untersuchungskommission ihre Arbeit aufnehmen, und bis Anfang 2026 sind Reformen der akademischen Führungsstrukturen geplant. Fioretti räumte ein, dass schnelle Kommunikation die Debatte angeheizt habe, betonte jedoch, dass Antisemitismus und antipalästinensischer Rassismus an der Institution keinen Platz hätten.

Die Düsseldorfer Stadtverwaltung hält sich aus dem Konflikt heraus und überlässt die Entscheidung der Akademie. Diese bekräftigte ihr Bekenntnis zur Meinungsfreiheit, kündigte aber an, ihre Richtlinien zu überprüfen.

Fioretti bleibt vorerst im Amt, während die Akademie Reformen umsetzt und eine unabhängige Prüfung durchführt. Die Petition wird weiterhin verbreitet und spiegelt die anhaltenden Spannungen zwischen künstlerischer Freiheit und institutioneller Verantwortung wider. Die Ergebnisse der Untersuchung und die geplanten Strukturänderungen werden die weiteren Schritte der Akademie bestimmen.

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