Maria Kalesnikawa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus
Lara KellerMaria Kalesnikawa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus
Die belarussische Aktivistin Maria Kalesnikawa hat am Samstag in Aachen offiziell den Internationalen Karlspreis entgegengenommen. Die Auszeichnung, die ihr bereits vor vier Jahren – während sie noch in Haft saß – zuerkannt worden war, würdigt ihren Einsatz für die Demokratie in Belarus. Nun, in Freiheit und in Deutschland lebend, nahm sie den Preis erstmals persönlich entgegen.
Kalesnikawa teilte sich den Karlspreis 2022 mit ihren Mitstreiterinnen Swjatlana Zichanouskaja und Veronika Zepkalo. Das Trio war in jenem Jahr die einzige Preisträgergruppe und wurde für seinen Einsatz für ein demokratisches Belarus geehrt. Hinter Gittern erfuhr Kalesnikawa erst später von der Auszeichnung und bezeichnete sie als ein starkes Zeichen europäischer Solidarität.
Die Preisverleihung beschrieb sie als einen Moment grenzenloser Freude. Doch ihre Gedanken gelten weiterhin jenen, die in Belarus noch immer inhaftiert sind. Kalesnikawa betonte, dass die Solidarität mit politischen Gefangenen und der unter Repression leidenden Opposition weitergehen müsse.
Seit ihrer Freilassung vor einigen Monaten setzt sie sich vor allem für die Unterstützung derer ein, die noch immer in Haft sind. Trotz der schwierigen Aussichten bleibt sie hoffnungsvoll für die Zukunft ihres Landes. Gleichzeitig rief die Aktivistin die europäischen Regierungen dazu auf, Belarus als zukünftigen Partner zu betrachten und die im Exil lebenden Belarussen in ihrem Kampf gegen die Diktatur zu unterstützen.
Der Internationale Karlspreis ehrt Persönlichkeiten, die sich um die Einheit Europas verdient gemacht haben. Zu den früheren Preisträgern zählen der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (2023) und Rabbiner Pinchas Goldschmidt (2024). Kalesnikawa, Zepkalo und Zichanouskaja arbeiten weiterhin gemeinsam daran, in ihrer Heimat demokratische Veränderungen voranzutreiben.
Die Auszeichnung fällt in eine Phase, in der Kalesnikawa nach Jahren im Gefängnis ihr Leben in Deutschland neu aufbaut. Der Karlspreis unterstreicht ihren anhaltenden Kampf für die Demokratie in Belarus. Gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen bleibt sie entschlossen, jene zu unterstützen, die in der Heimat weiterhin Repressionen ausgesetzt sind.