Mega-Streit um Leverkusener Rheinbrücke: Bund verklagt Porr auf 350 Millionen Euro
Emil SchmittMega-Streit um Leverkusener Rheinbrücke: Bund verklagt Porr auf 350 Millionen Euro
Ein Rechtsstreit um den Bau der neuen Leverkusener Rheinbrücke eskaliert: Die Bundesregierung verklagt den ehemaligen Auftragnehmer Porr auf über 350 Millionen Euro Schadensersatz, während Porr seinerseits mit einer Gegenklage über mehr als 200 Millionen Euro reagiert. Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Vertragsauflösung vor sechs Jahren.
Die neue Leverkusener Rheinbrücke besteht aus zwei parallelen Brücken, von denen eine bereits in Betrieb ist, während die zweite noch gebaut wird. Aktuell laufen die Stahlbauarbeiten, und die Montage der Pylone soll im September 2026 beginnen. Die Fertigstellung des gesamten Projekts ist für Mitte 2028 geplant.
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) verteidigte die Entscheidung, den Vertrag mit Porr zu beenden. Er begründete dies mit systemischen Mängeln und schweren Qualitätsproblemen bei in China gefertigten Stahlkomponenten. Wüst bestätigte zudem, dass er die Kündigung auf Anweisung der Bundesregierung und nach Fachgutachten billigte, um den Brückenbau zu beschleunigen.
Porr wies die Vorwürfe zurück und reichte eine eigene Klage über mehr als 200 Millionen Euro ein. Das Unternehmen argumentiert, dass diese Summe bereits erbrachte Leistungen sowie entgangene Einnahmen durch die vorzeitige Vertragsbeendigung abdecke. Der Fall wird nun vor dem Landgericht Köln verhandelt.
Politiker zeigen sich besorgt über die explodierenden Kosten. Christof Rasche (FDP) warnte, dass die Gesamtforderungen inklusive Zinsen auf bis zu eine Milliarde Euro anwachsen könnten. NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) betonte, dass das Land nicht betroffen sei, da es sich um einen Bund-Länder-Streit handele.
Der Rechtsstreit bleibt vorerst ungelöst, während beide Seiten ihre Argumente vor Gericht vortragen. Die Bauarbeiten gehen indes weiter – mit wichtigen Meilensteinen in den kommenden Jahren. Sollten die Klagen erfolgreich sein, könnten die finanziellen Folgen beträchtlich ausfallen.
