16 March 2026, 06:04

Missbrauchsopfer im Erzbistum Paderborn fordern mehr Gerechtigkeit und Unterstützung

Ein Buch mit Bildern und Texten, das die Geschichte der Katholischen Kirche dokumentiert, einschließlich Bildern von ihren Räumen, Fluren und erhaltenen Artefakten.

Missbrauchsopfer im Erzbistum Paderborn fordern mehr Gerechtigkeit und Unterstützung

Missbrauchsopfer im Erzbistum Paderborn fordern gerechtere Entschädigung und psychologische Betreuung

Überlebende von sexuellem Missbrauch durch Kleriker im Erzbistum Paderborn haben faire finanzielle Unterstützung und bessere psychologische Betreuung gefordert. Die Forderungen wurden während einer Veranstaltung in Dortmund erhoben, an der sich rund 200 Katholiken versammelten, um die seit langem schwelende Missbrauchskrise zu thematisieren. Das Erzbistum sieht sich seit Jahrzehnten mit Vorwürfen konfrontiert: Zwischen 1941 und 2002 wurden 485 Opfer und über 200 beschuldigte Geistliche registriert.

Das Treffen in Dortmund markierte den Auftakt eines zweitägigen Dialogs zwischen Kirche und Gläubigen. Erzbischof Udo Markus Bentz erkannte das Leid der Betroffenen an und bestätigte, dass 75 bis 80 Prozent der Opfer Entschädigungszahlungen erhalten hätten. Konkrete Angaben zu den Summen oder dazu, wie viele der 485 erfassten Fälle tatsächlich entschädigt wurden, blieb er jedoch schuldig.

Ein Betroffener, Michael Heltner, betonte die Dringlichkeit verbesserter finanzieller und emotionaler Unterstützung. Ein weiterer Teilnehmer schlug vor, ein Prozent des Erzbistumsvermögens für Wiedergutmachungsleistungen und Renten der Geschädigten einzusetzen. Die Gespräche werden in den kommenden beiden Tagen in Schmallenberg und Rheda-Wiedenbrück fortgesetzt.

Die Missbrauchsfälle erstrecken sich über mehr als sechs Jahrzehnte. Ein Bericht aus dem Jahr 2022 bezifferte die Zahl der Opfer auf 489 – leicht höher als die bisher genannten 485. Trotz Zusagen der Kirche warten viele Betroffene weiterhin auf Klarheit über Entschädigungen und langfristige Hilfen.

Die Veranstaltungen unterstreichen die anhaltenden Bemühungen, den Missbrauchsskandal im Erzbistum Paderborn aufzuarbeiten. Zwar hat die Kirche einer Mehrheit der Opfer Entschädigungen gezahlt, doch die Überlebenden pochen weiter auf Transparenz und nachhaltige Unterstützung. Weitere Gespräche sind im Rahmen des Dialogprozesses geplant.

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