Scharrenbach bietet Mitarbeitern nach Vorwürfen Gespräche an - Mobbing und Machtmissbrauch: NRWs Bauministerium in der Kritik
Schwere Vorwürfe wegen Mobbing und Machtmissbrauchs in NRWs Bauministerium
In Nordrhein-Westfalens Ministerium für Bau und Digitalisierung sind schwere Vorwürfe wegen systematischen Mobbings und Machtmissbrauchs aufgetaucht. Berichte des Spiegel und des WDR beschreiben ein von Angst und Einschüchterung geprägtes Arbeitsklima unter Ministerin Ina Scharrenbach (CDU). Die Enthüllungen lösten noch vor der Bundestagswahl 2025 hochrangige Diskussionen aus.
Laut WDR wurde Nathanael Liminski, Chef der Staatskanzlei, bereits im Januar 2025 von einem Personalvertreter über Fehlverhalten in Scharrenbachs Ressort informiert. Demnach war Liminski bereits vor der Wahl über die Mobbingvorwürfe unterrichtet worden. Er verwies darauf, dass sich Fragen insbesondere während der Umstrukturierung der Digitalverwaltungsabteilung zu Beginn der Legislaturperiode ergaben.
Wie der Spiegel berichtet, sprechen interne Dokumente von einer Atmosphäre der "Angst und Einschüchterung" im Ministerium. Ein hochrangiger Mitarbeiter wurde mit den Worten zitiert: "Diese Frau hat mich zerstört." Besonders die von Scharrenbach verantwortete Digitalverwaltung stand im Fokus der Kritik.
Scharrenbach räumte die Vorwürfe am Donnerstag in einer Stellungnahme ein und gestand Fehler in ihrem persönlichen Führungsstil ein. Die Rückmeldungen der Mitarbeiter hätten sie tief getroffen, hieß es. Als Reaktion bot sie persönliche Gespräche mit Betroffenen an und kündigte Maßnahmen zur Verbesserung der Führungsprozesse an – darunter gemeinsame Treffen mit den Beschäftigten und eine engere Zusammenarbeit mit dem Personalrat.
Bisher gibt es jedoch keine öffentlichen Hinweise darauf, ob sich das Arbeitsklima seit Scharrenbachs Amtsantritt 2022 tatsächlich verbessert hat.
Das Ministerium steht nun wegen seiner Führungskultur und des Umgangs mit internen Beschwerden in der Kritik. Zwar sollen Scharrenbachs Reformvorschläge die Vorwürfe aufarbeiten, doch bleibt unklar, welche langfristigen Auswirkungen sie entfalten werden. Ob die geschilderten Probleme behoben wurden, dazu liegen bisher keine offiziellen Aussagen vor.






