17 March 2026, 06:04

Mönchengladbach trotzt der Wirtschaftskrise mit Rekordrückgang bei Insolvenzen

Eine Liniendiagramm, das die Anzahl der von COVID-19 betroffenen US-Geschäfte zeigt, unterteilt nach Branche und Erholungsstatus, mit begleitendem Text, der die wirtschaftliche Erholung angibt.

Mönchengladbach trotzt der Wirtschaftskrise mit Rekordrückgang bei Insolvenzen

Mönchengladbach hat sich in diesem Jahr als eine der wenigen Lichtblicke in der deutschen Wirtschaftslage erwiesen. Während die Insolvenzzahlen in weiten Teilen des Landes stark angestiegen sind, widerstand die Stadt diesem Trend mit einem deutlichen Rückgang an Unternehmenspleiten. Aktuelle Rankings und langfristige wirtschaftliche Verschiebungen positionieren sie mittlerweile unter den widerstandsfähigsten Großstädten Deutschlands.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat Mönchengladbach seine wirtschaftliche Basis grundlegend gewandelt. War die Stadt einst von der Textilindustrie und dem Schwerindustrie abhängig, so blüht sie heute in den Bereichen Logistik, Gesundheitswesen und moderne Dienstleistungen auf. Der Anteil der Textilbeschäftigten sank von etwa 15 auf unter 5 Prozent, während Branchen wie die Logistik – begünstigt durch den lokalen Flughafen und die Nähe zur Rhein-Ruhr-Region – sowie das Gesundheitswesen rasant wuchsen. Diese Diversifizierung hat den Arbeitsmarkt stabilisiert und die wirtschaftliche Verwundbarkeit verringert.

Die Widerstandsfähigkeit der Stadt wurde durch das IW-Dynamikranking 2024 bestätigt, in dem Mönchengladbach unter 401 deutschen Regionen den 27. Platz für wirtschaftliche Entwicklung belegte. Anders als viele Nachbarstädte verzeichnete Mönchengladbach im vergangenen Jahr einen Rückgang der Insolvenzverfahren um 7,5 Prozent. Unternehmensinsolvenzen gingen um 8,0 Prozent zurück, Verbraucherinsolvenzen sogar um 9,0 Prozent – ein Gegenentwurf zum bundesweiten Trend steigender Pleiten. Während Nordrhein-Westfalen insgesamt einen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen um 23,4 Prozent erlebte, blieb Mönchengladbach die einzige Großstadt im Regierungsbezirk Düsseldorf, die einen Rückgang verzeichnete.

Lokale Faktoren haben diese Entwicklung unterstützt. Die Hochschule Niederrhein und die mittelständischen Unternehmen der Region sorgen für einen stetigen Zustrom an Fachkräften, während der kommunale Gewerbesteuerhebesatz seit 2016 stabil bei 490 Prozent liegt. Um den Schwung zu nutzen, investiert die Stadt in Projekte wie den Wissens- und Innovationscampus, die Initiative Textilfabrik 7.0 sowie einen neuen Gewerbepark am Flughafen.

Der wirtschaftliche Wandel Mönchengladbachs und die jüngsten Rankings unterstreichen die wachsende Stabilität der Stadt. Mit weniger Insolvenzen und einem diversifizierten Arbeitsmarkt hat sie sich in einem schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld als Ausnahme positioniert. Kontinuierliche Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Innovation sollen diesen Fortschritt auch für die kommenden Jahre sichern.

Quelle