17 March 2026, 16:09

NRW verschärft Kampf gegen Slum-Vermieter mit neuem Mietgesetz

Plakat mit der Aufschrift "Ländliche Slums auf abgenutztem Land" bewirbt Umsiedlungsmöglichkeiten, zeigt eine Person vor einem Haus mit Bäumen.

Wie NRW den Missbrauch von Wohnungen mit Schrottimmobilien stoppt - NRW verschärft Kampf gegen Slum-Vermieter mit neuem Mietgesetz

Nordrhein-Westfalen will mit einem neuen Gesetz gegen schlechte Wohnverhältnisse und ausbeuterische Vermieter vorgehen. Die Landesregierung hat einen Entwurf für das Gesetz für faires Wohnen gebilligt, das bereits in diesem Herbst in Kraft treten könnte. Die Neuregelung ersetzt das Wohnungsstärkungsgesetz von 2021 und führt schärfere Strafen für den Missbrauch von Wohnraum ein.

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Das neue Gesetz richtet sich gegen Slum-Unterkünfte, ausbeuterische Arbeiterwohnheime und die systematische Zweckentfremdung von Wohnraum. Behörden erhalten erweiterte Befugnisse, darunter die Möglichkeit, für vernachlässigte Gebäude Zwangsverwalter zu bestellen. In extremen Fällen können sie Immobilien unter bestimmten rechtlichen Voraussetzungen sogar enteignen.

Für Kurzzeitvermietungen gelten künftig strengere Regeln: Die genehmigungsfreie Frist sinkt von 90 auf 56 Tage pro Jahr. Zudem verbietet das Gesetz ausbeuterische Wohnmodelle, bei denen Vermieter überhöhte Mieten verlangen, während sie Arbeitern unmenschliche Lebensbedingungen bieten.

Zur Verbesserung der Transparenz führt das Gesetz eine Pflichtregistrierung und Qualitätskontrollen für Unterkünfte in betroffenen Gebieten ein. Eine sichtbar angebrachte "Fair-Wohnen-Zertifizierung" kennzeichnet konforme Objekte. Rund 20 bis 25 Kommunen, darunter Duisburg, Gelsenkirchen und Herne, erhalten zusätzliche Instrumente, um inakzeptable Wohnstandards zu bekämpfen.

Vermieter, die schwere Verstöße begehen, müssen mit Bußgeldern von bis zu 500.000 Euro rechnen. Zudem wird der Datenaustausch zwischen Behörden gestärkt, um Sozialbetrug aufzudecken und die Einhaltung der Vorschriften durchzusetzen.

Das Gesetz für faires Wohnen zielt darauf ab, die Wohnqualität zu verbessern und kriminelle Vermieter zur Verantwortung zu ziehen. Bei Verabschiedung erhalten lokale Behörden mehr Kompetenzen, um schlechte Wohnverhältnisse zu kontrollieren, zu regulieren und zu sanktionieren. Die Änderungen sollen noch in diesem Jahr in Kraft treten.

Quelle