Platonisches Küssen: Warum Freunde sich heute öfter auf den Mund küssen
Lara KellerPlatonisches Küssen: Warum Freunde sich heute öfter auf den Mund küssen
Zunehmeder Trend: Platonisches Küssen unter Freunden sorgt für Gesprächsstoff
In den letzten Jahren macht ein wachsender Trend des platonischen Küssens unter Freunden Schlagzeilen. Prominente wie Jonathan Bailey, Scarlett Johansson und Cat Deeley zeigen offen liebevolle, aber nicht romantische Küsse mit engen Vertrauten. Diese Entwicklung spiegelt einen breiteren kulturellen Wandel wider, wie Zuneigung ausgedrückt wird – besonders in westlichen Gesellschaften, wo soziales Küssen immer selbstverständlicher wird.
Das nicht-sexuelle Küssen – manchmal auch als "Guppy-Kuss" bezeichnet – hat Wurzeln in kindlichen Bindungsverhalten. Auch Tiere, darunter Primaten, nutzen ähnliche Gesten, um soziale Verbindungen zu stärken und ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln. Beim Menschen gewinnt diese Form der Zuneigung an Sichtbarkeit, da öffentliche Persönlichkeiten sie ohne romantische Absicht praktizieren.
Bekannte Beispiele sind der Schauspieler Jonathan Bailey, der sich dafür einsetzt, Liebe in allen Formen auszudrücken – einschließlich Küsse unter Freunden. Scarlett Johansson und Bailey küssten sich auf dem roten Teppich bei der Premiere von "Jurassic World: Rebirth", was für Diskussionen sorgte. Johannssons Ehemann, Colin Jost, zerstreute später alle romantischen Spekulationen und bezeichnete Bailey scherzhaft als "keine Bedrohung".
Auch andere Prominente haben das platonische Küssen normalisiert. Die Moderatorin von "This Morning", Cat Deeley, küsste ihre beste Freundin Charlie Brear auf den Mund und beschrieb es als ein "Mädchenfreundschafts"-Ritual. Gleichzeitig wurden Madonna, Gigi Hadid und Hannah Waddingham dabei beobachtet, wie sie ihre engsten Freundinnen öffentlich küssten. Die Kommunikations-expertin Judi James betont, dass solche Zuneigungsbekundungen besonders in Hollywood verbreitet sind, wo körperliche Nähe oft zum sozialen Miteinander gehört.
Die Akzeptanz von platonischem Küssen variiert je nach Region. In den letzten zwei Jahrzehnten haben vor allem mediterrane und europäische Kulturen soziales Küssen – ob Luftküsse oder Wangenküsschen – stärker angenommen als nord-europäische oder englischsprachige Gesellschaften. Dennoch hält der Trend an und unterstreicht einen evolutionären Zweck: die Pflege von Verbindungen jenseits der Romantik.
Der Aufstieg des platonischen Küssens deutet auf einen kulturellen Wandel hin, der offenere Zuneigungsbekundungen fördert. Öffentliche Persönlichkeiten tragen weiterhin dazu bei, diese Praxis zu etablieren, und betonen ihre Bedeutung für Freundschaft und Verbundenheit. Auch wenn die Einstellungen regional unterschiedlich sind, bleibt das Verhalten ein sichtbarer Teil moderner sozialer Interaktion.






