13 March 2026, 18:04

Ramadan-Streit an NRW-Schule eskaliert: Wer hat hier wirklich falsch gehandelt?

Ein junges Mädchen isst ein Sandwich in einem Klassenzimmer, mit anderen Kindern und Tischen mit Gegenständen im Hintergrund und Rahmen an der Wand.

Ramadan-Streit an NRW-Schule eskaliert: Wer hat hier wirklich falsch gehandelt?

Ein Streit unter Zehnjährigen über das Fasten während des Ramadan hat an einer Gesamtschule in Nordrhein-Westfalen für Aufsehen gesorgt. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht die Frage, ob Schülerinnen und Schüler während der Schulzeit essen dürfen, während einige muslimische Mitschüler den Fastenmonat einhalten. Medienberichte, insbesondere der Bild-Zeitung, haben den Vorfall als kulturellen Konflikt stilisiert.

Der Zwischenfall ereignete sich an der Joseph-Beuys-Gesamtschule in Kleve, wo es zu Konflikten kam, weil Schüler vor fastenden Mitschülern aßen. Die Schule berief eine Klassenratssitzung ein, um die Streitigkeiten zu klären. Doch die Verwirrung nahm zu, nachdem Berichte nahelegten, nichtfastende Kinder hätten ihre Snacks verstecken sollen. Die Schulleitung stellte später klar, dass es eine solche Regel nie gegeben habe – die Missverständnisse seien auf Kommunikationspannen zurückzuführen.

Die Bezirksregierung Düsseldorf betonte in einer Stellungnahme, dass es keine Vorgabe gebe, das Essen zu verbergen oder einzuschränken. Die Bild-Zeitung titelte unterdessen mit Schlagzeilen wie "Ramadan-Streit! Schüler sollen heimlich naschen" und später "Ramadan-Streit! Wie die Schule zurückrudert" – und deutete die Situation als Rückzug der Schulverantwortlichen. Behördenvertreter hingegen bezeichneten den Konflikt als typischen Kinderstreit und nicht als bewusste schulische Richtlinie.

Die Düsseldorfer Schulaufsicht verurteilte die Vorfälle als "schwere Verstöße gegen die Schulordnung und inakzeptables Verhalten". Es wurde umgehend eine Untersuchung eingeleitet, in deren Folge betroffene Lehrkräfte vorläufig vom Dienst suspendiert wurden, bis die Vorwürfe geprüft sind. Zudem wurde eine unabhängige externe Überprüfung in Auftrag gegeben und ein Krisenstab eingerichtet, um die Schüler zu unterstützen und den genauen Hergang der Ereignisse aufzuklären.

Die Schule plant nun weitere Gespräche mit allen Beteiligten, um die Kommunikation zu verbessern und künftige Missverständnisse zu vermeiden.

Die Debatte lenkt den Blick darauf, wie Schulen mit religiösen Praktiken und dem Miteinander der Schüler umgehen. Die Bezirksregierung Düsseldorf bekräftigte, dass es keine Einschränkungen beim Essen gebe, während die Schule weiterhin an einer Lösung des Konflikts arbeitet. Die Ermittlungen und Unterstützungsmaßnahmen laufen noch, um die Angelegenheit umfassend aufzuarbeiten.

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