Schulen kämpfen um Anti-Diskriminierungsprogramme nach drastischen Förderkürzungen
Sebastian HuberSchulen kämpfen um Anti-Diskriminierungsprogramme nach drastischen Förderkürzungen
Schulen in ganz Deutschland stehen vor drastischen Kürzungen bei Anti-Diskriminierungs- und Demokratieprogrammen. Besonders betroffen sind ländliche Regionen, wo kostenlose schulische Initiativen eine zentrale Rolle spielen. Pädagogen warnen, dass die Streichungen Schülerinnen und Schüler ohne wichtige Unterstützung im Kampf gegen Hass und Extremismus zurücklassen könnten.
Bis Ende des Jahres entfällt die Bundesförderung für Organisationen wie 180 Grad Wende und Transaidency, die mit Schulen an Themen wie Rassismus, Antisemitismus und Extremismusprävention arbeiten. Am Genoveva-Gymnasium in Köln, wo rund 90 Prozent der Schülerinnen und Schüler einen Migrationshintergrund haben, leitet Geschichtslehrer Felix Bjerke das Programm "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage". In seinen Workshops geht es unter anderem um Verschwörungstheorien und queere Inklusion.
Rund 5.000 Schulen bundesweit sind in demselben Netzwerk aktiv – viele von ihnen stehen nun vor einer ungewissen Zukunft. Lehrkräfte berichten, sie würden heikle Themen wie den Klimawandel zunehmend meiden, da die Regeln zur politischen Neutralität unklar seien. Gleichzeitig verteidigt Bildungsministerin Karin Prien (CDU) die Reform und behauptet, das Programm habe einen "linksliberalen" Ruf erhalten und müsse breiter aufgestellt werden.
Ein Bündnis von Organisationen hat unter dem Motto "Schulen stellen sich quer" eine Petition gestartet, um die Behörden zum Umdenken zu bewegen. Sie argumentieren, dass Lehrkräfte die notwendigen Mittel brauchen, um Diskriminierung entgegenzutreten und demokratische Werte im Klassenzimmer zu stärken.
Die Kürzungen betreffen Projekte, die sich mit rassistischer Diskriminierung, queeren Rechten und Extremismus befassen. Schulen in ländlichen Gebieten, die ohnehin schon unterversorgt sind, werden die Auswirkungen besonders hart spüren. Ohne Gegenmaßnahmen könnten Tausende Schülerinnen und Schüler den Zugang zu Programmen verlieren, die Inklusion und kritisches Denken fördern.






