19 March 2026, 10:04

Solingen-Ohligs: Senioren kämpfen um Busanbindung gegen Fußgängerzone-Pläne

Menschen auf einer Fußgängerbrücke über einer vielbefahrenen Straße mit Fahrzeugen darunter, flankiert von Geländern und Strommasten mit Drähten, vor dem Hintergrund von Bäumen, Gebäuden und einem bewölkten Himmel.

Solingen-Ohligs: Senioren kämpfen um Busanbindung gegen Fußgängerzone-Pläne

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Eine Diskussion über Verkehrsänderungen in Ohligs, einem Stadtteil von Solingen, hat die Bedürfnisse älterer Einwohner in den Mittelpunkt gerückt. In den vergangenen fünf Jahren wurden ihre spezifischen Anforderungen bei der lokalen Verkehrspolitik weitgehend vernachlässigt. Nun hat sich die Gruppe Grüne Senioren zu den Plänen für den Ohligser City-Ring geäußert und setzt sich für den Erhalt der Busanbindung ein – entgegen Forderungen nach einer vollständigen Fußgängerzone.

Zwischen 2021 und 2026 gab es in Ohligs kaum verkehrspolitische Anpassungen, die gezielt auf ältere Menschen zugeschnitten waren. Zwar verbesserte die Bergische Verkehrsagentur die Taktung einzelner Buslinien – etwa durch häufigere Fahrten auf der Linie 719 – und führte kleinere Aufwertungen in der Innenstadt durch, doch spezielle Maßnahmen wie Rampen, zusätzliche Sitzgelegenheiten oder Erweiterungen von Fußgängerbereichen blieben aus. Das Fehlen zielgruppenspezifischer Veränderungen macht es manchen Senioren bis heute schwer, sich barrierefrei zu bewegen.

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Der aktuelle Streit dreht sich um den geplanten City-Ring Ohligs. Lokale Initiativen, darunter die Ohligser Jongens, die ISG und die OWG, fordern eine vollständige Sperrung der Lennestraße für Busse – was die Streichung der Haltestelle Ohligs Markt zur Folge hätte. Die Grünen Senioren lehnen diesen Vorschlag entschieden ab: Viele ältere Anwohner seien auf Busse angewiesen, etwa für Einkäufe, Arztbesuche oder soziale Aktivitäten, argumentiert die Gruppe. Längere Fußwege zu Ausweichhaltestellen würden unnötige Härten schaffen.

Stattdessen unterstützen die Grünen Senioren einen Kompromissvorschlag aus dem Solinger Nahverkehrsplan. Dieser sieht vor, den Busverkehr in der Lennestraße zu reduzieren, ohne die zentrale Haltestelle aufzugeben – und sorgt so dafür, dass die Innenstadt auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität erreichbar bleibt. Ihre Position unterstreicht ein grundsätzliches Anliegen: Verkehrswende und Umweltziele müssen mit den praktischen Bedürfnissen einer alternden Bevölkerung in Einklang gebracht werden.

Durch ihr Engagement haben die Grünen Senioren die Accessibility-Debatte in Ohligs neu belebt. Ihr Widerstand gegen eine vollständige Fußgängerzone spiegelt die Sorge wider, ältere Bürger könnten sonst weiter isoliert werden. Angesichts fehlender größerer altersgerechter Verbesserungen in den letzten Jahren könnte die Diskussion um die Lennestraße zum Präzedenzfall werden – und zeigen, wie künftige Verkehrskonzepte auf die demografischen Realitäten des Stadtteils reagieren.

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