Steffi: Wie die DDR-Puppe Barbie und Petra herausforderte und zur Kultfigur wurde
Sebastian HuberModepuppe Steffi: Die Barbie des Sozialismus wird 60 - Steffi: Wie die DDR-Puppe Barbie und Petra herausforderte und zur Kultfigur wurde
1966 brachte die DDR mit Steffi eine eigene Modepuppe auf den Markt, um der westlichen Konkurrenz – allen voran Barbie und der bundesdeutschen Petra – Paroli zu bieten. Hergestellt wurde sie in Waltershausen, einer kleinen Stadt im Thüringer Wald. Als schickes, aber robustes Alternativmodell avancierte Steffi schnell zum Symbol für DDR-Handwerkskunst und diente sogar als diplomatisches Werkzeug.
Entworfen wurde die Puppe von der Designerin Margot Schmied, die sie nach ihrer eigenen Tochter benannte. Im Gegensatz zu ihren westlichen Pendants hatte Steffi eine kräftigere Statur, eine hohe Stirn und ein reiferes, damenhaftes Erscheinungsbild. Ihr Make-up und ihre Frisur spiegelten die Trends der 1960er wider: dicke Eyeliner, türkisfarbener Lidschatten und eine üppige Synthetik-Tolle.
Gefertigt wurde Steffi im volkseigenen Betrieb VEB Puppenfabrik Biggi und kostete 16 Mark der DDR – für viele Familien damals ein stolzer Preis. Dennoch reichte ihre Strahlkraft über die Grenzen der DDR hinaus. Die Puppen wurden häufig exportiert und an ausländische Würdenträger verschenkt, was dem Staat wertvolle Devisen einbrachte.
Eines der fortschrittlichsten Merkmale Steffis war ihre frühe Produktion in verschiedenen Hauttönen, wodurch sie sich deutlich von Barbie abhob. Heute ist sie bei Sammlern begehrt; je nach Zustand und Originalzubehör liegen die Preise zwischen 20 und 200 Euro.
Steffi bleibt eine nostalgische Ikone des DDR-Designs und der ostdeutschen Kultur. Ihr unverwechselbarer Stil und ihre historische Bedeutung faszinieren Sammler bis heute. Das Erbe der Puppe steht für die Kreativität der DDR – und ihren Versuch, sich auf der internationalen Bühne zu behaupten.