Telemedizin-Kabine in Winterberger Apotheke sorgt für Streit mit der Kammer
Sebastian HuberTelemedizin-Kabine in Winterberger Apotheke sorgt für Streit mit der Kammer
Ein Streit um eine Telemedizin-Kabine in der Franziskus-Apotheke in Winterberg ist entbrannt. Nur einen Tag vor der geplanten Wiedereröffnung der Apotheke stoppte die zuständige Apothekerkammer die Installation. Der Inhaber Jürgen Schäfer hat nun offiziell Widerspruch gegen die Entscheidung eingelegt.
Die Apothekerkammer begründet ihr Vorgehen damit, dass eine Arztkabine innerhalb einer Apotheke gegen gesetzliche Vorschriften verstoße. Die Behörden argumentieren, dies könnte zu unzulässigen Patientenzuweisungen führen. Zudem warnten sie die angestellte Apothekerin Jasmin Ennulath, die im Januar die Leitung übernehmen soll, dass ihr die Approbation entzogen werden könnte, falls sie das Vorhaben weiterverfolge.
Das Unternehmen Medivise, das hinter der Telemedizin-Kabine steht, betont hingegen, dass es keine rechtlichen Hürden gebe. Das Unternehmen versichert, sein Angebot entspreche vollumfänglich den bestehenden Regelungen – darunter auch § 129 Absatz 5h des Sozialgesetzbuchs, der explizit telemedizinische Beratungen in Apotheken erlaubt. Allerdings ist der Rahmen, wie die gesetzlichen Krankenkassen und die Bundesapothekerkammer diese Dienstleistungen umsetzen werden, noch nicht endgültig geklärt.
Schäfer hatte die Kabine für praktische Zwecke nutzen wollen, etwa zur Bearbeitung von Folgeverordnungen oder zur Unterstützung von Kunden, die ihre Unterlagen vergessen haben. Nun steht er in Verhandlungen mit Medivise und der Apothekerkammer, um eine Lösung zu finden.
Das Verbot hat die Wiedereröffnung der Apotheke verzögert und die Zukunft der Telemedizin-Pläne ungewiss gemacht. Während Schäfer weiter auf eine Einigung drängt, bleibt die Apothekerkammer bei ihrer Haltung. Die weitere Entwicklung hängt von den anstehenden Verhandlungen und möglichen rechtlichen Klarstellungen ab.






