Theater und Opernhäuser zwischen Abriss, Denkmalschutz und Milliardenkosten
Lara KellerTheater und Opernhäuser zwischen Abriss, Denkmalschutz und Milliardenkosten
In ganz Deutschland stehen Theater und Opernhäuser vor tiefgreifenden Veränderungen. In Rostock wurden Pläne zum Abriss des historischen Volkstheaters gestoppt, während Düsseldorf den Bau eines teuren neuen Opernhauses aufgegeben hat. Gleichzeitig entsteht in Rostock ein neues Theater, und in anderen Städten nehmen Modernisierungsentwürfe für bestehende Spielstätten Gestalt an.
In Rostock hatte die von der CDU geführte Stadtverwaltung vorgehabt, das Volkstheater abzureißen, um Platz für neue Wohnungen zu schaffen. Das 1943 erbaute Gebäude entwickelte sich später zu einem markanten Beispiel der ostdeutschen Moderne. Doch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin griff ein und stellte große Teile des Theaters unter Schutz, wodurch der Abriss verhindert wurde.
Dennoch treibt die Stadt ein neues Theaterprojekt voran. Das Architekturbüro Hascher Jehle errichtet für 208 Millionen Euro einen Ersatzbau, wobei mit weiteren Kostensteigerungen zu rechnen ist. Unabhängig davon schlägt das Büro raumwerk mit seinem Entwurf „Blau-Grüner Ring“ vor, das 1956 erbaute Opernhaus mit einer zweiten, halbtransparenten Hülle zu ummanteln. Dadurch ließe sich die Kapazität des Hauses um 25 Prozent erhöhen.
Düsseldorfs Pläne für ein neues Opernhaus sind hingegen gescheitert. Ursprünglich sollte das Nachkriegbauwerk durch einen Neubau des Architekturbüros Snøhetta ersetzt werden. Doch die geschätzten Kosten explodierten auf 1,8 Milliarden Euro, während die Finanzierung zeitweise bei rund 800 Millionen Euro lag. Oberbürgermeister Stephan Keller stoppte das Vorhaben daraufhin. Das Grundstück am Wehrhahn wurde der Stadt zurückgegeben, und ein neuer Architekturwettbewerb wurde ausgeschrieben. Nun plant Düsseldorf, das bestehende Opernhaus am Hofgarten für geschätzte 400 bis 500 Millionen Euro zu modernisieren.
Während Rostocks Volkstheater dank Denkmalschutz erhalten bleibt, setzt Düsseldorf nicht mehr auf einen Neubau, sondern auf die Sanierung des bestehenden Opernhauses. Die Entscheidungen spiegeln die finanziellen und kulturellen Herausforderungen wider, die mit dem Spagat zwischen Modernisierung und Denkmalschutz einhergehen.






