28 March 2026, 16:03

Verteidigungsministerium blockiert Einblicke in geheime Rüstungsgespräche mit Industrie

Plakat mit fettem schwarzem Text "Halt den Hun - Kaufen Sie US-Regierungsanleihen Drittes Freiheitsdarlehen" auf einem hellgelben Hintergrund, das einen uniformierten Mann mit Gewehr und Flagge zeigt, eingerahmt von rot, weiß und blauen Rändern.

Verteidigungsministerium blockiert Einblicke in geheime Rüstungsgespräche mit Industrie

Das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) verweigert die Herausgabe von Chat-Protokollen zwischen seinen Beamten und Vertretern der Rüstungsindustrie. Die Entscheidung folgt auf einen Antrag auf Informationsfreiheit, den das Rechercheportal CORRECTIV im Januar gestellt hatte. Das Ministerium begründete die Geheimhaltung mit militärischen Sicherheitsbedenken.

Der Antrag von CORRECTIV ist Teil einer umfassenderen Untersuchung zu Deutschlands militärischer Aufrüstung und Beschaffungspraxis. Zwar bestätigte das Ministerium das Vorhandensein solcher Kommunikation, argumentierte jedoch, dass eine Veröffentlichung Details über Fähigkeiten, Planung und Strategien der Bundeswehr preisgeben könnte.

In seiner Ablehnung verwies das BMVg zudem auf den Schutz des "Kernbereichs exekutiver Eigenverantwortung" und warnte vor einem möglichen "chilling effect" – also einer abschreckenden Wirkung auf offene Gespräche zwischen Behörden und Industrievertretern. CORRECTIV hat inzwischen Widerspruch eingelegt und fordert eine teilweise Transparenz.

Die Ermittlungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem die Bundesregierung die Verteidigungsausgaben für 2025 von der Schuldenbremse ausgenommen hat. Dieser Schritt ermöglicht nahezu unbegrenzte Käufe von Waffen und Ausrüstung. Über 40 Verträge ohne Ausschreibungsverfahren – im Wert von mehr als 64 Milliarden Euro – wurden vergeben, darunter Abkommen mit den Startups Helsing und Stark für Kampfdrohnen.

Um die Beschaffung zu beschleunigen, vereinfachte die Regierung 2026 die Regeln für Direktvergaben. Diese Änderungen erlauben es dem Verteidigungsministerium, Aufträge ohne wettbewerbliche Ausschreibung zu vergeben. Bisher gibt es jedoch keine dokumentierten konkreten Auswirkungen auf den Wettbewerb zwischen Großkonzernen wie Rheinmetall und kleineren Startups.

Die Weigerung des Ministeriums lässt zentrale Details über die Rüstungsverhandlungen im Dunkeln. Der Widerspruch von CORRECTIV könnte eine Überprüfung der Entscheidung erzwingen. Vorerst bleiben Umfang und Inhalt der Gespräche zwischen Industrie und Regierung der Öffentlichkeit verborgen.

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