Warendorf behält umstrittene Straßennamen nach hitziger Ratsdebatte
Stadtrat von Warendorf lehnt Umbenennung von drei Straßen nach langer Debatte ab
Der Stadtrat von Warendorf hat sich nach ausführlichen Beratungen gegen die Umbenennung von drei örtlichen Straßen ausgesprochen. Die rund 20.000 Einwohner zählende Stadt, bekannt für ihreferne Reitertradition, behält damit die Wagenfeldstraße, den Agnes-Miegel-Weg und die Heinrich-Tenhumberg-Straße bei ihren bisherigen Namen. Als Hauptgründe für die Entscheidung nannten die Verantwortlichen Haushaltszwänge und die Präferenzen der Anwohner.
Erste Kritik an den Umbenennungsplänen gab es bereits wegen der damit verbundenen Kosten. Laut Schätzungen der Ratsmitglieder wären für den Austausch der Straßenschilder rund 5.700 Euro nötig gewesen – eine Ausgabe, die angesichts der aktuellen finanziellen Lage als unverhältnismäßig eingestuft wurde. Auch alternative Vorschläge, wie die Anbringung eines Zitats des Warendorfer Autors Paul Schallück neben der bestehenden Agnes-Miegel-Tafel am Rathaus, wurden wegen des administrativen Aufwands verworfen.
Die Entscheidung stieß auf Widerstand. Reinhold Schoppmann, Sprecher eines Bürgerbündnisses, das sich zuvor für die Entfernung der Miegel-Tafel eingesetzt hatte, warf dem Rat vor, eine Chance auf Veränderung vertan zu haben. Ratsmitglied André Wenning verteidigte hingegen das Ergebnis und betonte, dass die Meinung der Anwohner im Entscheidungsprozess Priorität gehabt habe.
Die betroffenen Straßen behalten damit ihre bisherigen Namen, und auch die Tafel mit dem Zitat Agnes Miegels am historischen Rathaus bleibt unverändert. Warendorf, bekannt für seine mittelalterlichen Sehenswürdigkeiten wie den Stiftsmarkt und die tief verwurzelte Pferdekultur, wird vorerst keine Änderungen an diesen Elementen vornehmen.
Mit der Entscheidung des Rates ist die Debatte um eine Umbenennung vorerst beendet. Da keine Mittel für neue Beschilderungen bereitstehen, bleiben die Straßennamen bestehen, und die bestehende Tafel verbleibt an ihrem Platz. Anwohner und lokale Initiativen müssen die Entscheidung nun als abschließend akzeptieren.






