Wasserstoff-Aktien zwischen Hoffnung und Skepsis: Warum Anleger noch zögern
Marie WolfWasserstoff-Aktien zwischen Hoffnung und Skepsis: Warum Anleger noch zögern
Wasserstoff-Aktien durchleben weiteren Turbulenztag – Investoren bleiben skeptisch
Die Werte von Unternehmen aus dem Wasserstoffsektor erlebten erneut einen unruhigen Handelstag, da führende Akteure darum kämpften, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen. Zwar zeigten einige Firmen Anzeichen einer Erholung, doch die allgemeine Marktskepsis belastete die Kurse. Trotz langfristiger Verpflichtungen für die Wasserstofftechnologie bleiben operative Rückschläge und finanzielle Herausforderungen zentrale Hürden.
Der norwegische Wasserstoffspezialist Nel ASA startete mit einem Plus von 2,5 Prozent in Stuttgart und kletterte auf 0,192 Euro. Der bescheidene Anstieg folgt auf Wochen, in denen die Aktie nahe ihrem Allzeittief von 0,17 Euro notierte – eine kleine, aber hartnäckige Investorengruppe hielt die Position jedoch. Aktuell liegt der Kurs bei 0,1893 Euro und deutet damit eine leichte Erholung an. Dennoch kämpft das Unternehmen weiterhin mit schwachen Umsätzen und hohen Verlusten, auch wenn eine starke Auftragslage und ein durchschnittliches Analystenziel von 2,60 norwegischen Kronen auf Wachstumspotenzial hindeuten – vorausgesetzt, neue Projekte starten 2026 wie geplant.
Unterdessen gab ITM Power um 2,1 Prozent auf 0,73 Euro nach, trotz Gerüchten über eine mögliche Trendwende. Das Unternehmen hatte kürzlich die finale Investitionsentscheidung für ein Großprojekt bekannt gegeben, doch der Druck wächst, aus Plänen greifbare Erfolge zu machen. Gleichzeitig endete die lange Aufwärtsbewegung von Bloom Energy abrupt: Die Aktie verlor 1,7 Prozent und fiel auf 154,51 US-Dollar. Der Rückgang erfolgte selbst nach der Vergabe eines bedeutenden Brennstoffzellenauftrags durch Oracle – ein Zeichen dafür, dass Anleger uneingelösten Versprechungen weiterhin misstrauisch gegenüberstehen.
Vor Ort bleiben die operativen Herausforderungen bestehen. In Bielefeld stehen wasserstoffbetriebene Müllfahrzeuge wegen Treibstoffmangels still. Lokale Verantwortliche halten dennoch an der Technologie fest und winken die Probleme als Kinderkrankheiten ab – nicht als grundsätzliche Schwächen.
Der Wasserstoffsektor bleibt damit zwischen vorsichtigem Optimismus und anhaltenden Zweifeln gefangen. Unternehmen wie Nel ASA oder ITM Power stützen ihre Bewertungen weiterhin auf zukünftige Projekte, während die praktische Umsetzung auf Hindernisse stößt. Fürs Erste zeigen sich Anleger zurückhaltend und warten auf deutlichere Fortschritte, bevor sie weiteres Kapital investieren.