Weidemilch: Warum nicht alle Produkte gleiche Haltungsstandards erfüllen
Lara KellerWeidemilch: Warum nicht alle Produkte gleiche Haltungsstandards erfüllen
Verwirrung um den Begriff Weidemilch: Nicht alle Produkte halten gleiche Haltungsstandards ein
Während manche Anbieter garantieren, dass ihre Kühe mindestens 120 Tage im Jahr auf der Weide grasen, erlauben andere weiterhin Anbindungen oder nur eingeschränkten Auslauf. Die Behörden in Nordrhein-Westfalen überwachen nun die Einhaltung dieser Regeln, um für Verbraucher mehr Klarheit zu schaffen.
In Nordrhein-Westfalen sind drei Institutionen für die Kontrolle der Weidemilch-Standards zuständig: die Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe (LWK), das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt (VLUA) sowie rund 30 lokale Kreistierärztliche Ämter. Ihre Prüfungen stellen sicher, ob Milchkühe die Mindestanforderung von 120 Weidetagen pro Jahr erfüllen – mit mindestens sechs Stunden täglich. Allerdings ist der Begriff Weidemilch selbst nicht rechtlich geschützt, was Spielraum für unterschiedliche Praktiken lässt.
Kennzeichnungen entscheiden mit über die Milchwahl Produkte mit dem zusätzlichen Weidemilch-Hinweis auf Label 3 müssen die 120-Tage-Weidepflicht erfüllen. Die Labels 4 und 5 sowie Premium-Siegel wie "Pro Weideland" oder "Für mehr Tierschutz" gehen noch weiter und verbieten Anbindungen komplett. Doch Milch, die nur das grundlegende Label-3-Logo trägt, stammt nicht zwingend von Kühen mit Weidegang.
Weidehaltung fördert Tierwohl – aber wie leben die Kühe an weidefreien Tagen? Zwar profitieren Kühe von Auslauf, doch bleibt unklar, unter welchen Bedingungen sie an Tagen ohne Weidegang gehalten werden. Manche Betriebe binden die Tiere möglicherweise weiterhin an, wenn sie nicht auf der Weide sind. Die Verbraucherzentrale NRW bietet auf ihrer Website Hilfestellung, um die Bedeutung der verschiedenen Siegel zu entschlüsseln.
Wer ethisch erzeugte Milch sucht, muss genau hinschauen Nur bestimmte Zertifizierungen garantieren sowohl Weidezeiten als auch ein Verbot von Anbindungen. Mit den bestehenden Kontrollen wollen die Behörden irreführende Angaben reduzieren und die Transparenz für Verbraucher erhöhen.






