13 June 2026, 12:02

Aktivistin spendet umstrittene Gedichte von Minister Weimer an Nationalbibliothek

"Pilzdeckel" für alle

Aktivistin spendet umstrittene Gedichte von Minister Weimer an Nationalbibliothek

Die Aktivistin Martha Root hat die Gedichtsammlung Kopfpilz von Minister Wolfram Weimer der Deutschen Nationalbibliothek gespendet. Die Aktion erfolgt, nachdem Weimers Ministerium die Erweiterung der Bibliothek Anfang dieses Jahres gestoppt hatte. Roots Schritt hat die Debatte über kulturelle Verantwortung und den Zugang zu Literatur neu entfacht.

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Root richtete ihre Kritik dabei nicht allein gegen Weimer, sondern wollte eine breitere Diskussion über kulturelle Werte anstoßen. Bekannt wurde sie zuvor durch die Aufdeckung rechtsextremer Plattformen, darunter die Infiltration des Dating-Portals White Date beim Chaos Communication Congress.

Die Sammlung Kopfpilz enthält umstrittene Gedichte wie Vorfreude und Unglück, die Root als Beispiele für „Vergewaltigungskultur“ bezeichnet. Zudem warf sie Weimer vor, sich nie mit den Inhalten seiner frühen Werke auseinandergesetzt zu haben. Als Reaktion lud Root eine digitalisierte Version des Buches auf Archive.org hoch und machte es so der Öffentlichkeit frei zugänglich.

Um ihre Sache weiter voranzutreiben, plant Root, ein physisches Exemplar von Kopfpilz zu versteigern. Der Erlös soll an Lesen Hilft gehen, eine Initiative zur Unterstützung linker Buchhandlungen. Weimers Ministerium hatte zuvor argumentiert, physische Mediensammlungen seien veraltet, und dies als Begründung für den Stopp der Bibliotheksweiterung im März herangezogen.

Durch die Spende geraten Weimers frühere Schriften erneut in den Fokus. Die kostenlose digitale Veröffentlichung und die anstehende Versteigerung sorgen dafür, dass die Gedichte zugänglich bleiben. Die Debatte über kulturelle Maßstäbe und institutionelle Verantwortung wird voraussichtlich anhalten.

Quelle