Cyberangriffe auf Schulen: Wie Hacker Prüfungen lahmlegen und Daten stehlen
Lara KellerCyberangriffe auf Schulen: Wie Hacker Prüfungen lahmlegen und Daten stehlen
Schulen und Bildungseinrichtungen in ganz Deutschland sehen sich einer wachsenden Bedrohung durch Cyberangriffe ausgesetzt. Aktuelle Vorfälle haben Schwachstellen offenbart, Prüfungen gestört und zu Datenschutzverletzungen geführt, von denen Tausende betroffen sind. Behörden fordern nun strengere Sicherheitsvorschriften, um sensible Informationen besser zu schützen.
In Nordrhein-Westfalen ermöglichte eine Sicherheitslücke auf der Website der „Qualitäts- und UnterstützungsAgentur – Landesinstitut für Schule“ (QUA-LiS) den Zugriff auf über 16.000 Datensätze. Der Vorfall führte dazu, dass Abschlussprüfungen verschoben werden mussten, nachdem Schüler keine Zugang zu Prüfungsunterlagen hatten. Einige Verantwortliche schlugen vor, die Zwei-Faktor-Authentifizierung vorübergehend abzuschalten – ein Vorschlag, der auf breite Kritik stieß.
Im Schweizer Kanton Basel-Stadt stahlen Hacker persönliche Daten von Lehrkräften und Schülern aus dem Bildungsdepartement. Die gestohlenen Informationen wurden später im Darknet veröffentlicht. Unterdessen wies der aktuelle Bericht des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) auf eine zunehmende Bedrohungslage für die IT-Sicherheit in Deutschland hin. Besonders gefährlich seien demnach Identitätsdiebstahl, Ransomware-Angriffe und fehlerhafte Systemkonfigurationen.
Experten betonen, dass erweiterte Sensibilisierungsschulungen für Schulen und Lehrkräfte helfen könnten, Social-Engineering- und Phishing-Angriffe zu verhindern. Zudem empfehlen sie die Entwicklung einer zentralen Digitalisierungs- und Sicherheitsstrategie. Eine weitere Lösung könnte die Auslagerung von Sicherheitsaufgaben an ein spezialisiertes Security Operations Center (SOC) sein, um Cyberrisiken zu verringern.
Angesichts der steigenden Zahl von Cybervorfällen sind Schulen gezwungen, ihre Sicherheitsmaßnahmen zu überdenken. Durch Ausbau von Schulungen, robustere Strategien und die Nutzung externer Expertise ließen sich Schüler und Mitarbeiter besser schützen. Ohne gezielte Maßnahmen bleibt das Risiko weiterer Datenschutzverletzungen und Störungen jedoch hoch.






