22 April 2026, 06:12

Deutsche Bahn im Skandal: 24.000 Tonnen Giftmüll illegal entsorgt?

Ein Zug fährt durch ein beschädigten Gebiet mit Rauch, der aus ihm aufsteigt, umgeben von Masten und Drähten, gegen Hügel unter einem klaren Himmel, mit verstreuten Trümmern am Boden.

Deutsche Bahn im Skandal: 24.000 Tonnen Giftmüll illegal entsorgt?

Großangelegte Ermittlungen decken mutmaßliche illegale Entsorgung belasteter Erde von einer Deutsche-Bahn-Baustelle in Dortmund auf

Im Mittelpunkt des Falls steht ein Recyclingunternehmen, dem vorgeworfen wird, Abfälle unsachgemäß behandelt zu haben – darunter fast 24.000 Tonnen verschmutzte Erde. Vor dem Dortmunder Landgericht hat nun ein Verfahren gegen einen Hauptverdächtigen des mutmaßlichen illegalen Entsorgungssystems begonnen.

Aktuell errichtet die Deutsche Bahn in Dortmund für rund 400 Millionen Euro ein hochmodernes Instandhaltungswerk für ICE-Hochgeschwindigkeitszüge. Die Anlage, die Mitte 2027 in Betrieb gehen soll, wird bis zu 17 Züge täglich warten und wird als klimaneutrales Projekt beworben.

Zwischen Februar und November 2024 sollen von der Baustelle etwa 24.000 Tonnen belasteter Erde abtransportiert worden sein. Statt einer fachgerechten Entsorgung wurde die Erde laut Ermittlern in zwei Kiesgruben am Niederrhein verklappt. Fast 1.000 Lkw-Ladungen gelten in diesem Zeitraum als verschwunden.

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Das Recyclingunternehmen im Zentrum des Skandals steht zudem im Verdacht, weitere illegale Abfälle angenommen zu haben – darunter Bauschutt aus Essen, Asche aus Borken und alte Katalysatoren aus Bocholt. Der Angeklagte, der bereits wegen früherer Straftaten auffällig wurde, saß bereits wegen seiner Beteiligung an einem Giftölpellet-Entsorgungsskandal im Gefängnis.

Der Fall wirft Fragen nach der Aufsichtspflicht der Deutschen Bahn bei der Abfallentsorgung auf ihren Baustellen auf. Die Behörden prüfen nun, ob die gesetzlichen Vorgaben bei der Handhabung des belasteten Materials eingehalten wurden.

Im Prozess wird es um das Ausmaß der illegalen Entsorgung und die Verantwortung der Beteiligten gehen. Zwar läuft das Bauprojekt der Deutschen Bahn weiter, doch der Skandal hat ihre Abfallwirtschaftspraktiken in die Kritik gerückt. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könnte dies zu strengeren Kontrollen bei künftigen Bauvorhaben führen.

Quelle