Erster automatisierter Güterzug Europas startet Testphase auf niederländischer Strecke
Sebastian HuberErster automatisierter Güterzug Europas startet Testphase auf niederländischer Strecke
Ein Triebwagen von DB Cargo ist der erste in Europa, der für den automatisierten Güterverkehr ausgerüstet wurde. Das Projekt markiert einen bedeutenden Schritt in der Bahninnovation und verbindet modernste Technologien für fahrerlose und ferngesteuerte Zugbewegungen. Ab Ende 2025 beginnen die Tests im Rahmen eines staatlich geförderten Programms zur Modernisierung des Gütertransports.
Die Lokomotive ist nun mit Systemen für den Automatischen Zugbetrieb (ATO) und die Fernzugsteuerung (RTO) ausgestattet. Diese ermöglichen es dem Zug, Beschleunigung, Bremsen und Halten ohne direkte menschliche Eingriffe zu steuern. Während der Testphase wird er zudem von einer zentralen Leitstelle aus ferngelenkt.
Die einjährige Erprobung startet im Oktober 2025 auf der niederländischen Betuweroute. Ingenieure werden die Leistung mit verschiedenen Wagontypen bewerten, darunter schwere Massengutfrachter und teilweise beladene Tankwagen. Erstmals wird eine solche Technologie auf einem offenen Schienennetz getestet.
Die Finanzierung des Projekts stammt aus dem Bundesprogramm "Zukunft Schienengüterverkehr – Innovationen fördern", für das 18,86 Millionen Euro bereitgestellt wurden. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder betonte die möglichen Vorteile für die Beschäftigten: Automatisierung könnte die Arbeitsbelastung verringern und langfristig Arbeitsplätze in der Branche sichern.
Sigrid Nikutta, Vorstandsvorsitzende von DB Cargo, sieht in der Technologie ein Potenzial, um Kapazitäten und Servicequalität zu steigern. Ziel der Tests ist es, nachzuweisen, dass automatisierte Güterzüge unter realen Bedingungen sicher und effizient verkehren können.
Die Erprobung läuft bis Ende 2026, und die Ergebnisse sollen die Zukunft der Automatisierung im Schienengüterverkehr prägen. Bei Erfolg könnte die Technologie europaweit stärker eingeführt werden. Das Projekt passt zudem in die größeren Bestrebungen, den Schienenverkehr wettbewerbsfähiger und nachhaltiger zu gestalten.






