Greenlyte und Eurowings starten nachhaltige Flugkraftstoff-Produktion in Düsseldorf bis 2028
Emil SchmittGreenlyte und Eurowings starten nachhaltige Flugkraftstoff-Produktion in Düsseldorf bis 2028
Greenlyte und Eurowings wollen nachhaltigen Flugkraftstoff in Düsseldorf produzieren
Die Unternehmen Greenlyte und Eurowings haben eine Vereinbarung zur Herstellung von nachhaltigem Flugkraftstoff (SAF, Sustainable Aviation Fuel) am Flughafen Düsseldorf getroffen. Die Partnerschaft zielt darauf ab, die Produktion im Jahr 2028 aufzunehmen, mit einer jährlichen Kapazität von etwa 150 Tonnen. Der Schritt markiert einen Fortschritt hin zu umweltfreundlicherem Fliegen, doch die Kosten liegen weiterhin deutlich über denen herkömmlichen Kerosins.
Beide Unternehmen unterzeichneten eine Absichtserklärung zum Bau einer Pilotanlage am Flughafen. Greenlytes Technologie soll Kohlendioxid aus der Luft filtern und mit grünem Wasserstoff zu synthetischem Kraftstoff verbinden. Eine vor Ort errichtete Solaranlage wird einen Teil des benötigten Stroms für den Prozess liefern.
Der Baubeginn ist für 2027 vorgesehen, nachdem die Genehmigungsverfahren bereits 2023 eingeleitet wurden. Greenlyte-Chef Florian Hildebrand schätzt die Projektkosten auf über 10 Millionen Euro. Trotz des hohen Preises – der bis zu zehnmal über dem konventionellen Kerosin liegt – hat sich Eurowings verpflichtet, die gesamte Produktion der ersten drei Jahre abzunehmen.
Die geplanten 150 Tonnen SAF würden bei einer maximal zulässigen Beimischung von 50 Prozent zu herkömmlichem Kraftstoff etwa 60 Flüge zwischen Düsseldorf und Palma de Mallorca abdecken. Die Anlage dient als Testprojekt, um die Machbarkeit zu demonstrieren, bevor die Produktion in größerem Maßstab hochgefahren wird.
Das Vorhaben unterstreicht die Herausforderungen beim Übergang zu einer nachhaltigen Luftfahrt. Zwar ist der Kraftstoff deutlich teurer, doch Eurowings-Chef Jens Bischof forderte politische Unterstützung, um ähnliche Investitionen zu fördern. Bei Erfolg könnte die Düsseldorfer Anlage als Vorbild für größere SAF-Produktionsstätten der Zukunft dienen.






