08 May 2026, 20:04

Grüner Wasserstoff soll die deutsche Stahlindustrie revolutionieren

Plakat mit Text und Logo, das "Wir reduzieren die Treibhausgasemissionen um etwa eine Gigatonne bis 2030" besagt und für eine signifikante Reduzierung der Treibhausgase bis 2030 wirbt.

Grüner Wasserstoff soll die deutsche Stahlindustrie revolutionieren

Die deutsche Stahlindustrie unternimmt große Schritte, um ihre CO₂-Emissionen zu senken. Derzeit verantwortlich für etwa acht Prozent der nationalen Kohlendioxidemissionen, ist der Sektor stark von Kohle in Hochöfen abhängig. Ein neues Projekt in Duisburg zielt nun darauf ab, fossile Brennstoffe durch grünen Wasserstoff zu ersetzen – ein entscheidender Wandel hin zu einer klimafreundlicheren Stahlproduktion.

Thyssenkrupp Steel, ansässig in Duisburg, betreibt den größten Industriekomplex Europas. Die Anlage produziert jährlich zehn Millionen Tonnen Stahl und beschäftigt rund 13.500 Mitarbeiter. Mit der neuen Initiative tkH2Steel, die durch Bundes- und Landesmittel gefördert wird, soll die Stahlherstellung revolutioniert werden: Statt Kohle kommt künftig grüner Wasserstoff zum Einsatz.

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Allein ein Direktreduktionswerk benötigt täglich 400 Tonnen Wasserstoff – eine Menge, die dem Stromertrag von 800 Windkraftanlagen entspricht. Der Umstieg von Kohle auf Erdgas in diesen Anlagen kann die Emissionen bereits halbieren im Vergleich zu herkömmlichen Hochöfen. Der eigentliche Durchbruch gelingt jedoch mit grünem Wasserstoff: Jede eingesetzte Tonne spart 28 Tonnen CO₂ ein.

Aktuell stellt die deutsche Stahlbranche jährlich 40 Millionen Tonnen Rohstahl her. Für eine vollständige Umstellung auf grünen Wasserstoff sind jedoch weitere Infrastruktur und Lieferketten nötig. Zudem hängt der Wandel davon ab, dass Wasserstoff in ausreichenden Mengen und zu wettbewerbsfähigen Preisen verfügbar wird. Das Ziel lautet, spätestens bis 2045 eine klimaneutrale Stahlproduktion zu erreichen.

Die Umstellung auf grünen Wasserstoff könnte die Emissionen in einer der umweltschädlichsten Branchen Europas drastisch reduzieren. Thyssenkrupps Projekt in Duisburg setzt Maßstäbe für eine sauberere Stahlherstellung auf dem gesamten Kontinent. Der Erfolg hängt davon ab, die Wasserstoffproduktion im großen Stil hochzufahren und gleichzeitig kostengünstig zu halten.

Quelle