24 June 2026, 12:02

Irina Vavitsa: Vom Gastarbeiter-Schicksal zur lebenslangen Kämpferin für Gerechtigkeit

"Wir hatten damals niemanden auf unserer Seite"

Irina Vavitsa: Vom Gastarbeiter-Schicksal zur lebenslangen Kämpferin für Gerechtigkeit

Irina Vavitsa kam 1971 als griechische Gastarbeiterin nach Deutschland. Mit 76 Jahren ist sie noch immer aktives Mitglied der IG Metall und setzt sich weiterhin für Arbeitnehmerrechte ein. Ihre Geschichte steht exemplarisch für die Kämpfe von Migrantinnen und Migranten im Nachkriegsdeutschland.

Vavitsa begann ihre Arbeit bei Hella, einem Automobilzulieferer in Lippstadt. Als ungelerntes Arbeitskraft verdiente sie weniger als ihre deutschen Kolleginnen und Kollegen sowie als männliche Gastarbeiter. Sie lebte in Baracken, die zuvor während der NS-Zeit Zwangsarbeiter beherbergt hatten.

1973, während der Ölkrise, trat Vavitsa mit ihren Arbeitskollegen in den Streik. Sie forderten gleichen Lohn und bessere Arbeitsbedingungen. Der dreitägige Ausstand brachte den migrantischen Beschäftigten eine Lohnerhöhung von 50 Pfennig pro Stunde – ein entscheidender Moment, der den Willen der Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter zeigte, für Gerechtigkeit und Solidarität unter allen Beschäftigten zu kämpfen.

Jahrzehnte später betont Vavitsa weiterhin die Bedeutung von Gewerkschaftsarbeit und Klassenbewusstsein. Sie ist überzeugt, dass eine starke, klassenbewusste Gesellschaft notwendig ist, um Arbeitnehmerrechte zu verteidigen.

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Der Streik von 1973 wurde zu einem Schlüsselmoment in der Geschichte der Gastarbeiter in Deutschland. Langsam wächst eine Erinnerungskultur an ihre Kämpfe – vor allem durch die Gewerkschaften. Vavitsas anhaltendes Engagement hält das Erbe ihres Kampfes lebendig.

Quelle