Komplexe Sprache in Pitches bringt Start-ups mehr Investitionen – Studie enthüllt den Trick
Lara KellerKomplexe Sprache in Pitches bringt Start-ups mehr Investitionen – Studie enthüllt den Trick
Eine neue deutsche Studie zeigt: Gründer von Start-ups, die in ihren Pitches eine komplexe Sprache verwenden, sichern sich häufiger Investitionen. Forscher fanden heraus, dass anspruchsvolle Formulierungen die Investitionssumme im Schnitt um 7,25 Prozent steigern können. Die Erkenntnisse basieren auf der Analyse von 547 echten Pitches beim TechCrunch Disrupt Startup Battlefield.
Die im Fachmagazin Entrepreneurship Theory and Practice veröffentlichte Studie wurde von Wissenschaftlern der TU Dortmund, der Universität Passau und der Technischen Universität München geleitet. Sie untersuchten, wie kognitive Komplexität – etwa differenzierte Argumente und nuancierte Gedankenführung – die Entscheidungen von Investoren beeinflusst.
Gründer, die eine elaborierte Sprache nutzten, wirkten auf Investoren kompetenter und glaubwürdiger. Als Beispiel nannte die Studie das Fintech-Unternehmen N26, das von einem durchdachten, anspruchsvollen Pitch profitierte. Im Durchschnitt führte eine höhere sprachliche Komplexität zu zusätzlichen 125.000 US-Dollar an Fördergeldern.
Allerdings warnten die Forscher auch vor übertriebener Kompliziertheit. Zu dichte oder verschachtelte Formulierungen könnten Investoren verwirren oder verunsichern. Prof. Lorenz Graf-Vlachy von der TU Dortmund betonte die Notwendigkeit eines ausgewogenen Stils: Gründer müssten kritisches Denken zeigen, ohne die Klarheit zu verlieren.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass durchdachte, komplexe Pitches die Chancen auf Finanzierungen deutlich verbessern können. Investoren reagieren positiv auf Gründer, die schwierige Konzepte verständlich vermitteln. Gleichzeitig unterstreicht die Studie, wie wichtig Präzision ist – um potenzielle Geldgeber nicht zu überfordern.






