Machtkampf in der Münsteraner CDU: Warum der Abwahlversuch gegen Bürgermeister Grube scheiterte
Sebastian HuberMachtkampf in der Münsteraner CDU: Warum der Abwahlversuch gegen Bürgermeister Grube scheiterte
In der Münsteraner CDU ist eine hitzige Debatte entbrannt, nachdem ein Fraktionsmitglied einen Versuch, Bürgermeister Ulf-Marcus Grube abzuwählen, zurückgenommen hatte. Der Schritt löste scharfe Kritik aus den Reihen der Basis aus, die die Motive und die Kompetenz der Fraktion infrage stellte. Die Spannungen stiegen, als sich die Partei traf, um über die Zukunft des Bürgermeisters zu beraten.
An der Versammlung nahmen 68 Christdemokraten teil, darunter alle acht Fraktionsmitglieder, die zuvor Grubes Abwahl vorangetrieben hatten. Viele Anwesende argumentierten, dass die Fraktion, wenn sie dem Bürgermeister kein Vertrauen mehr entgegenbringe, selbst zurücktreten solle. Eine Mehrheit forderte sogar eine Abstimmung über einen zweiten Abwahlversuch – doch der Antrag wurde blockiert.
Bürgermeister Grube und der ehemalige Feuerwehrchef Michael Kammstieß sprachen vor der Runde und klärten die Position der Feuerwehr auf. Der Stadtverbandsvorsitzende der CDU, Uwe Franke, wies Vorwürfe zurück, Feuerwehrleute hätten den Rat erpresst – diese seien haltlos. Zudem betonte er, dass die Rücktritte der Feuerwehrführung persönliche Entscheidungen gewesen seien und nicht mit Grubes Amt zusammenhingen.
Fraktionschef Stefan Sorge verweigerte jede Stellungnahme zu den jüngsten Entwicklungen und ließ Fragen unbeantwortet. Im Mittelpunkt der Debatte stand die frühere Einschätzung der Fraktion, Grube sei nicht mehr tragbar – eine Aussage, die die Partei weiter spaltet.
Der zurückgezogene Abwahlantrag hat die Münsteraner CDU tief gespalten. Während Basismitglieder die Entscheidungen der Fraktion weiterhin infrage stellen, schweigen führende Köpfe. Grube bleibt vorerst im Amt, doch die inneren Konflikte zeigen keine Anzeichen einer Beruhigung.






