Mindestlohn steigt 2024 und 2025 – doch reicht das gegen die Inflation?
Emil SchmittMindestlohn steigt 2024 und 2025 – doch reicht das gegen die Inflation?
Mindestlohn in Deutschland steigt in zwei Stufen bis 2025
Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland wird in den kommenden zwölf Monaten schrittweise erhöht. Die Anpassung folgt langen Beratungen in der Mindestlohnkommission, doch nicht alle Mitglieder unterstützten die endgültige Entscheidung. Arbeitgeber und Gewerkschaften bleiben uneins über die Auswirkungen auf Beschäftigte und Unternehmen.
Ab dem 1. Juli 2024 steigt der Mindestlohn um 25 Cent pro Stunde, gefolgt von einer weiteren Erhöhung um 41 Cent zum 1. Januar 2025. Für eine Vollzeitkraft mit 40 Wochenstunden bedeutet allein die erste Anpassung einen Bruttozuwachs von 71,34 Euro monatlich, wie Heike Herrig, Vorsitzende des VdK-Sozialverbands Solingen-Remscheid, errechnet hat.
Eine einstimmige Entscheidung der Kommission zur Lohnerhöhung kam nicht zustande. Kritiker wie Stefan Körzell vom DGB bemängelten das Ergebnis als unzureichend. Er warnte, dass fast sechs Millionen Mindestlohnbezieher durch die Inflation reale Einkommensverluste erleiden würden. Sozialverbände hatten sich für einen deutlich höheren Satz von mindestens 14 Euro pro Stunde eingesetzt.
Arbeitgeber hingegen bezeichneten die geplanten Erhöhungen als „unrealistisch hoch“. Sie argumentieren, dass solche Steigerungen insbesondere in Niedriglohnbranchen zu Stellenabbau führen könnten.
Die gestaffelte Anhebung tritt Mitte 2024 und Anfang 2025 in Kraft. Zwar profitieren Beschäftigte von moderaten Zuwächsen, doch bleiben Sorgen, dass die Inflation die Kaufkraft aushöhlt. Gleichzeitig warnen Unternehmen vor möglichen Arbeitsplatzverlusten, da sie sich an höhere Lohnkosten anpassen müssen.






