Moltkedorfs Anwohner kämpfen gegen riesiges Wohnbauprojekt mit 200 Einheiten
Sebastian HuberMoltkedorfs Anwohner kämpfen gegen riesiges Wohnbauprojekt mit 200 Einheiten
Bewohner von Moltkedorf in Willich wehren sich gegen großes Wohnbauprojekt
Anwohner des Willicher Ortsteils Moltkedorf leisten Widerstand gegen ein geplantes großes Wohnbauvorhaben in ihrer Nachbarschaft. Über 150 Menschen haben eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, in der sie sich gegen die aktuelle Planung aussprechen. Diese sieht 200 neue Wohneinheiten auf einem 2,9 Hektar großen Gelände vor. Ihre Bedenken reichen von erhöhtem Verkehrsaufkommen und Überlastung der Infrastruktur bis hin zum Verlust von Grünflächen und den Folgen für die heimische Tierwelt.
Die städtischen Pläne umfassen eine Mischung aus Einfamilienhäusern, Doppelhaushälften und viergeschossigen Wohnblocks, die um begrünte Innenhöfe angeordnet werden sollen. Der Zugang zum Gelände wäre über die Moltkestraße vorgesehen, wobei eine Einbahnstraßen-Schleife alle Bauabschnitte verbinden soll. Zudem wird unterirdisches Parken geprüft, ebenso wie neue Rad- und Fußwege, die die Krusestraße mit An Liffersmühle verbinden sollen.
Die Anwohner kritisieren, dass das Projekt zu dicht bebaut sei. Hohe Gebäude würden über ihren Kleingärten aufragen und so Aussicht sowie Sonneneinstrahlung versperren. Zudem fürchten sie mehr Verkehr, Parkplatzmangel und Verzögerungen für Rettungsfahrzeuge. Ein zentraler Kritikpunkt ist der Verlust eines Grünstreifens, der derzeit als Wildtierkorridor und natürliche Barriere dient. Die Initiative betont, wie wichtig Grünflächen für Kühlung, Regenwasserspeicherung und Artenvielfalt seien – besonders angesichts des fortschreitenden Klimawandels.
Als Alternativen schlagen die Bewohner eine Reduzierung auf 50 bis 70 Wohneinheiten vor, eine Verbesserung der lokalen Verkehrsführung sowie den Erhalt weiterer Freiflächen. Die Stadt steht jedoch unter Druck, die Wohnungsnot zu lindern – zudem soll die Flüchtlingsunterkunft in Moltkedorf bis Jahresende geschlossen werden.
Der Konflikt zeigt die Spannung zwischen dem Wohnraumbedarf in Willich und den Forderungen der Anwohner nach nachhaltiger, flächenschonender Bebauung. Mit über 150 gesammelten Unterschriften fordert die Bürgerinitiative eine Neukonzeption, die Verdichtung mit grüner Infrastruktur in Einklang bringt. Eine Reaktion der Stadt auf die jüngsten Vorschläge steht noch aus.






