09 May 2026, 12:04

Mozarts Così fan tutte wird in Wiesbaden zum lebendigen Sozialexperiment

Ein Mann und eine Frau in Smokings stehen auf einer Bühne und halten Mikrofone, hinter ihnen sitzt ein Orchester.

Mozarts Così fan tutte wird in Wiesbaden zum lebendigen Sozialexperiment

Das Staatstheater Wiesbaden wagt in dieser Spielzeit einen kühnen Zugang zu Mozarts Così fan tutte. Statt einer klassischen Inszenierung entfaltet sich die Oper als Echtzeit-Beziehungsstudie. Regie führt Marie-Ève Signeyrole, die die Bühne in eine Kunsthochschule verwandelt – und das Publikum selbst zum Teil der Vorstellung macht.

Die Produktion interpretiert die Oper als Campus-Spiel: Don Alfonsos Treuetest wird zur Herausforderung für die Studierenden. Zwanzig junge Paare zwischen 18 und 35 Jahren nehmen auf der Bühne Platz und wirken aktiv am Geschehen mit. Opernkenntnisse sind nicht erforderlich – die Macher raten jedoch zu Mut und einer Portion Humor.

Doch es geht nicht nur um Unterhaltung, sondern um Provokation. Signeyrole will Fassaden fallen lassen und schonungslos Wahrheiten über Beziehungen offenlegen. Indem das Publikum ins Zentrum rückt, zwingt die Inszenierung es – und die Oper selbst – dazu, sich unangenehmen Fragen zu stellen.

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Die Tickets für dieses ungewöhnliche Erlebnis kosten zehn Euro. Das Theater will nicht bloße Unterhaltung bieten, sondern aufrütteln und aus Mozarts Klassiker ein lebendiges Sozialexperiment machen. Diese Neuerfindung von Così fan tutte lotet die Grenzen zwischen Darstellern und Zuschauern aus: Die Paare auf der Bühne erleben die Themen der Oper hautnah, während das Publikum ihre Reaktionen verfolgt. Das Experiment beginnt mit dem Vorhangaufgang in der kommenden Spielzeit.

Quelle